Neuss: Neues Wohnkonzept auf Alexianer-Gelände

Neuss: Neues Wohnkonzept auf Alexianer-Gelände

Bei einer Preisgerichtssitzung wurden erste Pläne vorgestellt. Unter anderem sollen 326 Mietwohnungen entstehen.

Politik und die Stadt betonen unisono, dass Neuss für junge Familien attraktiver werden soll. Mit den jetzt bei einer Preisgerichtssitzung vorgestellten Plänen für das Alexianer-Areal scheinen die Verantwortlichen ernst zu machen mit ihrem Vorhaben. Preisgünstig und innovativ soll es werden - und gleichzeitig städtebauliche Akzente setzen. "Eine gute Sitzung mit vielen gelungenen Vorschlägen", fasst Frank Lubig, Vorstandsvorsitzender des Bauvereins, zusammen. Der Bauverein hatte jüngst einen Architektenwettbewerb ausgerufen, um Ideen für die vier Bereiche des Geländes zu entwickeln, die aus der 12,5 Hektar großen Fläche herausparzelliert wurden. Und die sehen unter anderem wie folgt aus:

Nach Angaben der Preisrichter entstehe durch die Anordnung der Häuser ein lebendiger Stadtraum mit "ausgezeichneter sozialer Kontrolle". Foto: "döll architekten Rotterdam"

Auf dem sogenannten Baufeld C2, das am Berghäuschensweg im Bereich des neuen Eingangs zum Baugebiet liegt, sieht der städtebauliche Entwurf unter anderem eine sechsgeschossige Bebauung vor. Das Baufeld ist größtenteils für den öffentlich-geförderten Wohnungsbau vorgesehen, darüber hinaus ist im Erdgeschoss eine neue Kindertagesstätte geplant. Auch dadurch soll die Attraktivität für junge Familien gesteigert werden.

Für den Süd-Westen des Plangebietes sind dabei überwiegend Eigentumswohnungen vorgesehen. Darüber hinaus soll in diesem Zusammenhang auch ein neuer öffentlicher Platzbereich ausgearbeitet werden.

Doch gerade bei den städtebaulichen Aspekten auf zwei der vier Teilflächen gibt es offenbar noch Abstimmungsbedarf. "Die Entwürfe der Architekturbüros waren zwar spannend, aber sie müssen nochmals überarbeitet und dann erneut vorgestellt werden", kündigt Frank Lubig an.

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Für Begeisterung und große Zustimmung sorgten jedoch die letztendlichen Sieger-Pläne für das Baugebiet H1. Die Entwürfe für die dort geplanten Doppelhaushälften und Reihenhäuser stammen aus der Feder des Rotterdamer Architekturbüros Döll. Den niederländischen Planern gelinge es, mit einem einfachen klaren städtebaulichen Gerüst deutlich identifizierbare Stadträume mit hoher Qualität zu schaffen, heißt es in der Begründung der Preisrichter, die unserer Redaktion vorliegt. Zwei Gruppen aus einem länglichen Riegel und zwei Doppelhaushälften sollen in dem Konzept so zueinander positioniert werden, dass ein öffentlicher Platzraum entsteht, der groß genug sein soll, um sowohl Stellplätze als auch gemeinschaftlich nutzbare Freiraum-Anteile anzubieten.

"Die Idee ist wirklich sehr gut angekommen", sagt der SPD-Stadtverordnete Sascha Karbowiak, der an der Preisgerichtssitzung teilnahm. Ebenfalls vor Ort war Ingrid Schäfer (CDU), die betont, wie schwierig es für die Architekten gewesen ist, mit den niedrigen vorgesehenen Kosten klarzukommen. Das neue Wohnangebot soll schließlich nicht nur ansehnlich und innovativ, sondern auch günstig sein. "Das war eine enorme Herausforderung", sagt Schäfer, die vor allem von der Vielfalt der einzelnen Vorschläge positiv überrascht gewesen sei: "Die Mischung aus allem macht den Reiz aus."

Auch Lubig betont den Kostenaspekt. "Es ist auch unsere Aufgabe, preisgünstigen Wohnraum zu schaffen. Nicht nur in der Vermietung, sondern auch im Eigentumsbereich." Um alle Interessen berücksichtigen zu können, sei es deshalb wichtig "frühzeitig alle mit einzubinden". Auch aus diesem Grund nahmen an der Sitzung neben Preisrichtern und Architekten auch Teilnehmer aus der Stadtverwaltung und der Politik teil.

(jasi)