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Neuss: Neues Wohnen am Niedertor

Neuss : Neues Wohnen am Niedertor

Der Neusser Bauverein hat von einer Erbengemeinschaft ein innerstädtisches Filetgrundstück erwerben können. An der Schulstraße, an der Ecke zum Platz am Niedertor, sollen vom Herbst an drei Mehrfamilienhäuser entstehen.

Die ruhige Schulstraße soll ein lebendiges Wohnquartier werden. Dazu tritt der Bauverein Neuss an, der gestern den Kaufvertrag für die Häuser Schulstraße 11 bis 13, die bis Ende 2004 das Möbellager der Caritas beherbergten, sowie das Haus Platz am Niedertor 11 unterschrieb. Diese Häuserzeile wird abgerissen und an ihrer Stelle werden drei Mehrfamilienhäuser mit 27 Eigentumswohnungen errichtet. Und weil das Quartier insgesamt gewinnen soll, so Bauvereins-Vorstand Frank Lubig, soll in Absprache mit der Stadt auch der Platz am Niedertor umgestaltet werden.

Dem Bauverein gehen die Projekte nicht aus. "Wir waren bei der Akquise im ersten Quartal sehr erfolgreich", bilanziert Lubig und betont, dass das städtische Tochterunternehmen seine Projekte längst nicht nur auf städtischem Grund und Boden realisiert. Vorhaben an der Wolberostraße, am Alten Weiher, oder an der Schulstraße zeigten, dass das Unternehmen auch als Bieter auf Privatgrundstücke erfolgreich verhandelt.

Die Parzelle an der Ecke zum Platz am Niedertor mit einer Gesamtgröße von 1040 Quadratmetern konnte der Bauverein von einer Erbengemeinschaft kaufen, der auch Angebote von anderen Projektentwicklern vorlagen. Die Hartnäckigkeit, mit dem Bauverein das Vorhaben verfolgte, erklärt Lubig mit der "einzigartigen Lage im Herzen der Innenstadt." Für die soll das Architektenbüro Röttger-Welzel-Wichmann (R2W), mit dem der Bauverein erstmals zusammenarbeitet, attraktive Stadthäuser entwickeln – Hochparterre, drei beziehungsweise vier Geschosse und Maisonette-Wohnungen im Dach.

Die Detailplanung steht noch aus, doch werden die Wohnungen wohl zwischen 80 und 135 Quadratmeter Wohnfläche bieten.

Einem baldigen Baubeginn steht wenig im Wege. Nur noch ein Mieter wohnt in dem sanierungsbedürftigen Komplex, ihm wurde schon gekündigt. Die Räume des Gewerbebetriebes, 16 Jahre lang Möbellager der Caritas und damit auch ein Ort der beruflichen Wiedereingliederung, steht schon länger leer. Der Bauantrag ist in Vorbereitung, sagt Lubig, Baubeginn könnte im Herbst sein.

Als Reminiszens an die historische Umgebung des Platz am Niedertor werden eine steinerne Quirinusfigur in der Fassade des Eckhauses, sowie darüber angebrachte historische Wappen vor dem Abbruch gesichert. Sie sollen, so Lubig, restauriert und nach der Fertigstellung des neubaus wieder an prominenter Stelle der Fassade angebracht werden.

Den angrenzenden Platz, einschließlich des auf einer Bunkeranlage aufgesetzten Spielplatzes will der Bauverein ebenfalls neu ordnen. So wie er das nicht zuletzt auch schon mit dem Marienkirchplatz getan hat.

(NGZ)