Neues Profil für die Ortsdurchfahrt Holzheim in Neuss

Neuss: Kapellener und Reuschenberger Straße werden umgebaut: Neues Profil für die Ortsdurchfahrt Holzheim

Platz für Fußgänger, wenig Einschränkungen für Autos. An der Reuschenberger und Kapellener Straße wird der Ausgleich versucht.

Der Ort Holzheim ist mehr als 1200 Jahre alt – und an manchen Ecken ahnt man das auch. Zum Beispiel an der Kapellener Straße. „Sie hat den Charakter einer alten Dorfstraße“, beschreibt der Bezirksausschuss-Vorsitzende Thomas Nickel (CDU) die Lage, muss aber trotz ihrer Enge die Funktion einer Durchgangsstraße erfüllen. „Man konnte da bisher nicht viel mehr machen, als Tempo 30 anzuordnen“, sagt Nickel. Doch dabei will es die Stadtverwaltung nicht belassen. Wenn die Kanalisation erneuert werden muss, was frühestens in zwei Jahren der Fall sein wird, soll die ganze Ortsdurchfahrt der L 201 umgestaltet werden, also einschließlich der Reuschenberger Straße.

Ziel ist es nach Auskunft von Planungsamtsleiter Stefan Unbehaun, in erster Linie Platz für Fußgänger zu erhalten und den Kraftverkehr möglichst nur geringfügig einzuschränken. „Dafür sind insbesondere in der Kapellener Straße umfangreiche Änderungen erforderlich, während sich die Planung für die Reuschenberger Straße am Bestand orientiert“, heißt es in einem Planungsvorschlag, der Mitte Dezember noch einmal den Bezirksausschuss beschäftigen muss.

Was die Sache etwas entspannt, ist die Zahl der Fahrzeuge, die tagaus, tagein in der Ortsdurchfahrt gezählt werden. Zwischen dem Kreisverkehr am Ortsausgang Richtung Kapellen und der Einmündung der Vereinsstraße übersteigt deren Zahl die 7200 nicht. Nur ein Prozent davon sind Lkw, die sich durch die Kapellener Straße quetschen. An ihr rücken die Häusergiebel auf beiden Straßenseiten stellenweise bis auf  7,50 Meter aneinander heran. Nördlich der Vereinsstraße, wo allein die Fahrbahn der Reuschenberger Straße acht Meter breit sein kann, steigt die Verkehrsbelastung auf 11.500 Fahrzeuge täglich.

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Knackpunkt aus Fußgängersicht sind die viel zu schmalen Gehwege. Klagen darüber höre er immer wieder, sagt Nickel. Um auch an der schmalsten Stelle mindestens Gehwege von zwei Metern Breite und zugleich zwei Fahrspuren für die Autos zu garantieren, will die Verwaltung einen Kniff anwenden: Sie will die Fahrbahn  auf Gehwegniveau anheben. So entsteht an den Stellen, wo die Gehwege schmaler als zwei Meter sind, eine ebene Fläche, die auch von Fußgängern benutzt werden kann. Nicht zuletzt die Anhebung werde schon dazu beitragen, dass langsam gefahren wird. Dem gleichen Zweck sollen auch ein Zebrastreifen (mit Ampelanlage) und eine neue Mittelinsel in der Ortsdurchfahrt dienen. An der Reuschenberger Straße werden Schutzstreifen für Radfahrer, die mit insgesamt 1,75 Metern Breite auf die Fahrbahn markiert sind, erhalten bleiben. „Das ist gut gelöst“, sagt Nickel. Im südlichen Abschnitt der Kapellener Straße aber können diese markierten Streifen nicht gerettet werden. Das scheint einerseits wegen des recht geringen Autoverkehrs vertretbar, heißt es aus dem Rathaus. Zudem sei nicht daran gedacht, die Beschränkung von Tempo 30 wieder zu lockern.

Im Zuge der Planung sollen die Bushaltestellen „Vereinsstraße“ und die Haltestelle Poststraße umgebaut und im Zuge dessen barrierefrei gemacht werden. Letzter Punkt: Parkplätze. Sie sind dort geplant, wo die Gehwegbreite zwei Meter nicht unterschreitet.

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