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Neues Prinzenpaar und neues Präsidium in Neuss

Personalentscheidungen im Neusser Karneval : Wagenbau-Meister wird „Prinz Kalli I.“

Die Delegierten der 22 Karnevalsvereine unter dem Dach des KA haben wichtige Personalentscheidungen getroffen. Das Präsidium wurde auf einigen Positionen neu besetzt, der einzige Präsidentschaftsbewerber aber fiel durch.

Es war wie beim Heiratsantrag: Auf dem Prinzenwagen fragte Karl-Heinz Geißler (66) seine Nichte Mandy Gilles (26) beim Wagenbaurichtfest im Februar, ob sie an seiner Seite die Novesia des Neusser Karnevals werden möchte. Ohrenzeugen gab es nicht, doch das Ergebnis ist bekannt, denn gestern wurden beide im Autohaus Arndt an der Ruwerstraße als neues Prinzenpaar vorgestellt. Ein Paar, das nach Ansicht von KA-Vizepräsident Reiner Franzen jugendlichen Charme und altersgemäße Gelassenheit miteinander verbindet. Am 16. November werden sie im Zeughaus als Prinz Kalli I. und Novesia Mandy I. proklamiert.

Dass Geißler, Chef der jubilierenden KG „Edelreserve Rot Gelb“,  zum zweiten Mal Prinz der Stadt ist und trotzdem mit dem Zusatz „der Erste“ in die Prinzenrolle des Karnevals-Ausschusses eingetragen wird, ist Ergebnis eines kleinen Kunstgriffs. 2001 war er Prinz Karl-Heinz II. Und weil er sich schlecht als Karl-Heinz III. folgen konnte, kündigen ihn die Herolde in der nächsten Session mit dem Namen an, mit dem er am liebsten gerufen wird: Kalli.

Am Mittwochabend wurden die designierten Tollitäten von den Delegierten der inzwischen 22 Mitgliedsvereine unter dem Dach des – seit 49 Jahren bestehenden – Karnevalsausschusses (KA) gewählt. Doch nicht diese Personalie hatte mehr als 100 Karnevalisten motiviert, sich auf den Weg zur Jahreshauptversammlung zu machen, sondern das Tauziehen um die Zusammensetzung des nächsten KA-Präsidiums.

Marc Siebert, seit drei Jahren als Schriftführer Mitglied in diesem Gremium, trat wie angekündigt als einziger Bewerber für die Präsidentschaft an. Er habe aber nur sieben stimmberechtigte Delegierte auf seine Seite ziehen können, berichtet KA-Präsident Jakob Beyen. 42 stimmten gegen ihn. Damit war er durchgefallen und trat in der Folge auch nicht mehr als Schriftführer an. Die beiden Kandidaten, die mit ihm an die Spitze des KA treten wollten, waren damit aus dem Rennen.

Im Ergebnis bleibt Beyen nun geschäftsführend im Amt – und will weiter einen Nachfolger suchen. Denn eigentlich wollte er nach zehn Jahren – wie mehrfach angekündigt – Schluss machen. Reiner Franzen, der ihm folgen und seinen Posten als Vize zwei Jahre vor der Zeit frei machen wollte, bleibt auch an Bord. Allerdings wird mit Markus „Titschy“ Titschnegg, dem Sänger des Mottoliedes, ein Nachfolger für diese Position aufgebaut. Er gehört nun einem erweiterten Beirat an, in den das Präsidium weitere Karnevalisten berufen will – je einen für jede Funktion in Vorstand und KA-Präsidium.

Das wurde auf einigen Schlüsselpositionen neu besetzt. Für Carsten Dorweiler, der als Geschäftsführer ausschied und zum Ehrengeschäftsführer ernannt wurde, kommt Christoph Kinold ins Amt. Der 31-Jährige hat seine karnevalistische Heimat in der KG „Blau Rot Gold“. In der wuchs auch Daniela Beylschmidt auf, die frühere Jugendbeauftragte des KA. Sie wechselte zu den „5 Aape“ nach Kaarst und wird nun Schriftführerin. Schatzmeisterin wurde in der Nachfolge von Jörg Wessels, dem neuen Ehrenschatzmeister, die Ex-Novesia Sabine Roeb („Grün Weiß Gelb“). Neuer Justiziar und Vorsitzender des Ehrengerichtes wurde Tobias Goldkamp. Er folgt auf den neuen Ehrenjustiziar Gudio Raudenkolb.