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Neuss: Neues Möbelhaus für 100 Millionen Euro

Neuss : Neues Möbelhaus für 100 Millionen Euro

Am Willy-Brandt-Ring, vis á vis dem Rheinparkcenter, will das Familienunternehmen Segmüller ein Mega-Möbelhaus mit 45 000 Quadratmetern Verkaufsfläche errichten. Der Investor stellt das 100-Millionen-Euro-Projekt im Stadtrat vor.

Das süddeutsche Familienunternehmen Segmüller ist nach eigenen Angaben bereit, 100 Millionen Euro in ein neues Mega-Möbelhaus mit 45 000 Quadratmetern Verkaufsfläche auf vier Ebenen im Neusser Hammfeld II zu investieren. Für den Standort am Willy-Brandt-Ring, Ecke Stresemannallee, hat sich Segmüller nach Aussage von Reinhold Gütebier auch entschieden, weil er am Fuße der Kardinal-Frings-Brücke "über eine leistungsfähige exzellente Verkehrsanbindung" verfüge. Neuss passe, so der Sprecher der Segmüller-Geschäftsleitung weiter, mit seinem Marktpotenzial genau in das Wachstumskonzept des Hauses: "Uns gefällt, dass bis heute die Nachfrage nach Möbeln in Neuss das Angebot übersteigt." Diese abfließende Kaufkraft wolle Segmüller in Neuss binden.

Die Vorbereitungen für das ehrgeizige Möbelhaus-Projekt sind im Rathaus offenbar schon weit vorangetrieben worden. Für den 10. April hat Bürgermeister Herbert Napp alle Stadtverordneten zu einer eigens anberaumten "Informationsveranstaltung" eingeladen. Bereits am 19. April soll der Stadtrat den Verkauf des sechs Hektar großen Areals beschließen. Der Investor möchte "kurzfristig Sicherheit über den Erwerb erlangen", so der Rathaus-Chef, "um zeitnah die Planungen des Vorhabens gestalten zu können." Kämmerer Frank Gensler würde sich freuen, denn der Verkauf des städtischen Grundstücks würde einen Euro-Betrag in Millionen-Höhe in die klamme Stadtkasse spülen. Auf die Euphoriebremse drückten Sprecher der Oppositionsfraktionen. So warnte unter anderem Grünen-Ratsherr Roland Kehl vor einem "Schnellschuss".

Als einen "Knackpunkt" hatte Reiner Breuer MdL, Chef der SPD im Stadtrat, die so genannten "zentrenrelevanten Sortimente" genannt. Im Klartext: Im großflächigen Einzelhandel vor den Toren der Stadt sollen keine Waren angeboten werden, die den inhabergeführten Geschäften in der City schaden. Konkret werden die Sortimente in der so genannten "Neusser Liste" aufgeführt. Bürgermeister Napp hatte öffentlich gesagt, Segmüller wollte diese Randsortimente auf Kinderwagen, Matratzen, Lampen und Teppiche beschränken. Da mag Gütebier derzeit so konkret nicht bestätigen. Er verweist auf einen Gutachter, der in Kürze seine Ergebnisse vorstellen werde. Dem wolle das Unternehmen nicht vorgreifen. Gütebier versichert aber: "Wir pflegen an allen Standorten, an denen wir heute mit einem Einrichtungshaus vertreten sind, eine sehr gute und intensive Zusammenarbeit und Partnerschaft mit den lokalen Einzelhandelsverbänden. Wir sind stolz darauf, von unseren Partnern als Gewinn betrachtet zu werden." Und überhaupt: "Für uns gehört es zur Selbstverständlichkeit, dass wir vor Ort Gewerbesteuer bezahlen."

Die Schaffrath-Gruppe, die in Neuss unter anderem mit dem Möbelhaus Knuffmann am Bahnhof vertreten ist, sagte auf Anfrage der NGZ, dass sie die Segmüller-Pläne derzeit nicht kommentiere. Auch mit einem Küchen-Markt am Hafen und mit einem Elektrik-Geschäft an der Oberstraße ist Schaffrath in Neuss vertreten. Aus dem Rathaus wurde bekannt, dass Schaffrath die Hand auf einem "Optionsgrundstück" in Allerheiligen — nahe dem Bauhaus-Markt — hat. Angedacht sei ein Möbelhaus mit 12 000 bis 14 000 Quadratmetern Verkaufsfläche.

(NGZ/top)