1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

RLT Neuss: Neues Kabarettformat in alter Reihe

RLT Neuss : Neues Kabarettformat in alter Reihe

Für „The Neuss of Germany“ innerhalb der Kabarettreihe „neusspunktacht“ hat das RLT sich Extra-Gäste eingeladen.

Seit 25 Jahren gibt es im Rheinischen Landestheater neben den Schauspielabenden auch regelmäßig Auftritte renommierter Kabarettkünstler. „Von Februar bis Dezember dürfen Sie bei den acht Veranstaltungen erneut herzhaft lachen, wenn die Größen der deutschsprachigen Kabarettszene mit ebenso feinsinnigem wie bissigem Humor den kleinen und großen Problemen unserer Zeit auf den Puls fühlen“, schreibt die neue Intendantin Caroline Stolz in ihrem Vorwort zum Programmheft für „neusspunktacht“.

Februar Den Anfang macht am 12. Februar Timo Wopp. Der einstige Weltklassejongleur trat 2007 in New York mit einer Solo-Nummer für den Cirque du Soleil auf, bevor er „in den Kampf um seine komödiantische Daseinsberechtigung“ zog. Sein aktuelles Programm heißt „Auf der Suche nach dem verlorenen Witz.“

April Das Gastspiel von Hagen Rether am 1. April ist nicht als Aprilscherz gemeint. In „Liebe“ geht es vielmehr um die Menschenliebe eines Kabarettisten. In aller Ausführlichkeit verknüpft Rether Aktuelles mit Vergessenem, stellt infrage oder zweifelt. Dabei verlangt er seinem Publikum einiges ab: „Man sollte sich auf eine Dauer von mindestens drei Stunden einstellen“, weiß Programmleiterin Ellen Bell aus Erfahrung.


Mai Im berühmten Wonnemonat  kommt Jürgen Becker nach Neuss. In „Die Ursache liegt in der Zukunft“ entwickelt er einen „Optimismus ohne Opiate“ und recherchiert dabei, was die Welt zusammenhält. Denn: „So, da woll’n wir uns mal nen schönen Abend machen! Denn noch ist es ruhig. Aber jeder spürt: Das bleibt nicht so.“

Juni Der RLT-Stargast im Monat Juni ist eine ganz besondere Nummer. Klein, mit Hummeltaille und Haarnetz, wird Carmela de Feo im Rampenlicht erscheinen. Und ihr Akkordeon dabei haben, ein Instrument, das sie studiert hat und entsprechend virtuos beherrscht. „Allein unter Geiern“ nennt sie ihre Show, und ihre Erläuterungen klingen wie aus einem Western: „Wie allein kann man sein, wenn selbst die Geier nicht mehr über einem kreisen?“ Die in Oberhausen aufgewachsene Tochter italienischer Gastarbeiter war lange als Musikerin unterwegs, bevor sie sich mit „La Signora“ eine eigene komödiantische Bühnenfigur erschuf.

Hat immer ein Akkordeon dabei: Carmela de Feo. Foto: harald hoffmann


September Nach der Sommerpause geht es am 30. September weiter mit den fünf A-cappella-Musikern von „Basta“. Seit Jahren unterhalten die ihr Publikum aufs Feinste mit lebensprallen Liedern, umwerfend komischen Geschichten und feinsinnigen Balladen. Schnell vergisst man, dass hier kein mechanisches Instrument mitspielt, denn nur mit ihren Stimmen zaubert „Basta“ ganze Orchester und Bands vor den inneren Augen und Ohren im Saal.

Die Jungs von „Basta“ versprechen „in Farbe“ zu singen. Foto: Rainer Golz. Foto: Rainer Golz/Rainer Holz


Dezember Und dann gibt es ja noch Konrad Beikircher. Seine „Sternstunde“ am 16. Dezember deklariert er selbst als „Weihnachts-Special“. Mit Besinnlichkeit und Zimtsternen hat das nicht viel zu tun. Vielmehr geht es um den ironisch-komischen Irrsinn rund ums Fest, der alle Jahre wieder die Familien während der Feiertage zwischen Baumschmücken, Geschenkpapier und Weihnachtsbraten heimsucht.

Ist mal wieder in Neuss zu sehen: Konrad Beikircher. Foto: Sven Knoch


Neu Wie sieht es normalerweise aus, wenn die Kabarettisten auf ihren Gastspielreisen in eine neue Stadt kommen? Sie gehen ins Hotel, ruhen sich aus, spulen ihre Texte ab und sind am nächsten Morgen wieder unterwegs. In Neuss soll das jetzt zumindest gelegentlich anders sein. Mit der Kabarettreihe „The Neuss of Germany“ erhält ein ausgewählter prominenter Gast das All-inclusive-Paket: prima Publikum plus Neuss-Know-how, präsentiert vom charmanten Gastgebertrio Pätzold & Strohmeyer sowie Melis (bekannt sind sie vor allem als „ 3 Kölsch ein Schuss“). Dank Neugier und akribischer Recherche verfügen die Drei mittlerweile über ein üppiges Wissen um die Großstadt am Niederrhein mit der Postleitzahl 41460. Und sie geben es vergnüglich weiter.

Ihr erster Gast am 11. März ist Jürgen Becker. So kommt der Kölner Kabarettist vor seinem Auftritt in der „Mutter“-Reihe „neusspunktacht“ mit „Die Ursache liegt in der Zukunft“ schon nach zwei Monaten wieder nach Neuss. Zweiter Gast von Pätzold & Strohmeyer und Melis ist am 17. November Martin Zingsheim. Dass der studierte und sogar promovierte Musiker in Köln geboren wurde, mag für das Neusser Nachbardorf (PLZ 42013) ein Makel sein, wird auf der linken Rheinseite aber definitiv gern gehört. „Theater ist der Ort, wo in politisch und sozial bewegten Zeiten der Alltag unterbrochen wird, um über unser Zusammenleben nachzudenken“, sagt die Intendantin Caroline Stolz überzeugt