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Neuss: Neues Jobcenter in Neuss im Herbst fertig

Neuss : Neues Jobcenter in Neuss im Herbst fertig

Während schon gebaut wird, wird noch über die Sicherheitsstandards diskutiert. Im Neubau werden Mitarbeiter aus vier Städten konzentriert.

Die größte Baustelle im Stadtgebiet ist aktuell gleich hinter dem Hauptbahnhof zu finden. Im Dreieck von Zufuhrstraße, Weissenberger Weg und Karl-Arnold-Straße errichtet die Berliner IMplusPro GmbH ein neues Jobcenter. Es ist ein besonderes Projekt, denn bis in die Bauphase hinein diskutieren Investor und künftiger Nutzer über die Sicherheitsstandards für den fünfgeschossigen Komplex. Der Mord an einer 32-jährigen Sachbearbeiterin im Jobcenter Stresemann-Allee im vergangenen September hatte die Sicherheitsfrage ganz neu aufkommen lassen.

"Wir spüren die Sensibilität für dieses Thema auch andernorts", stellt Roland Herbert, Geschäftsführer des Projektentwicklers IMplusPro, fest. Dieses Unternehmen ist bundesweit tätig, hat Jobcenter in Itzehoe, Frankfurt/Oder und Straußberg gebaut, und bewirbt sich aktuell um Aufträge in Heinsberg und Bruchsal. Auch in Neuss wurden erhebliche Sicherheitsvorkehrungen eingeplant — und unter dem Eindruck des Mordfalls noch verschärft. "Das Sicherheitskonzept war schon bei Ausschreibung des Gebäudes vorgesehen", bestätigt Christoph Janssen, Sprecher des Jobcenters Rhein-Kreis. Seit dem Herbst wurden Anpassungen diskutiert, die Entscheidungen seien aber noch nicht alle getroffen.

In dem neuen Bürokomplex wird das Jobcenter Rhein-Kreis 423 Mitarbeiter aus Neuss, Kaarst, Meerbusch und Korschenbroich zusammenziehen. Die Umzugskartons packen demnach auch die Abteilung Leistungsgewährung, aktuell im Rathaus Promenade untergebracht, und die Abteilung Arbeitsvermittlung. Die residiert noch an der Marienstraße. "Sonderprojekte", so Janssen, "bleiben an anderen Standorten erhalten."

Für die neue Zentrale hatte IMplusPro mehrere Standorte in Neuss vorgeschlagen, erinnert Herbert. Letztlich entschied sich das Jobcenter für die Nähe zum Hauptbahnhof. Sehr zur Freude der Stadt, die nun die Chance nutzen will, das Bahnhofsumfeld ihrerseits aufzuwerten. Am 23. Mai wird sich der Bauausschuss schon mit der Detailplanung beschäftigen. Fest steht, erklärt Stadtpressesprecher Peter Fischer, dass vom Nordausgang des Hauptbahnhofes bis zum Jobcenter über 55 Meter Länge ein einheitlich gestalteter, barrierefreier Platz mit 1400 Quadratmeter Fläche entsteht. Die Karl-Arnold-Straße werde über diesen Patz geführt, aber nur mit Pflasterstreifen markiert. Erschlossen wird das Jobcenter von einer nördlich zu bauenden Verkehrsspange zwischen Karl-Arnold-Straße und Weissenberger Weg, der selbst zwischen Bahnhof und Jobcenter autofrei bleibt.

(NGZ)