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Rhein-Kreis Neuss: Neues Jobcenter am Bahnhof

Rhein-Kreis Neuss : Neues Jobcenter am Bahnhof

Für Hartz-IV-Emppfänger aus Neuss, Kaarst, Korschenbroich und Meerbusch wird es bei Behördenterminen nur noch eine Anlaufstelle gegeben: die Zufuhrstraße in Neuss. Gestern wurden die Weichen für den Umzug gestellt.

Gesucht wurde ein Standort, an dem das Jobcenter für den Rhein-Kreis seine 423 Mitarbeiter aus vier Städten zusammenziehen kann. Gefunden wurde ein Investor, der dafür an der Zufuhrstraße und damit unmittelbar am Hauptbahnhof einen viergeschossigen Bürokomplex neu errichten wird. Angepeilt ist eine Fertigstellung noch im kommenden Jahr.

Die Pläne für das Projekt wurden gestern den Mitgliedern der so genannten Trägerversammlung vorgestellt, die sich aus Vertretern der Arbeitsverwaltung sowie des Rhein-Kreises und seiner angeschlossenen Kommunen zusammensetzt. Nach deren Zustimmung soll mit dem Zuschlag bis Mitte April das langwierige Bieterverfahren abgeschlossen werden.

"Wir sind seit fünf Jahren auf der Suche", berichtet Geschäftsführerin Wendeline Gilles, "langsam möchte ich mal was unterschreiben." Allerdings wird das Jobcenter in der Liegenschaft nur Mieter sein.

Aus Sicht der Stadt ist die Entscheidung die bestmögliche. "Super", entfuhr es Planungsdezernent Christoph Hölters. Die Stadt habe diese Lösung stets favorisiert, betonte er, da die Neuansiedlung das Bahnhofsumfeld aufwerten hilft. Die Stadt werde nun ihrerseits an diesem Ziel arbeiten.

So wird sich der Planungsausschuss am 2. Mai mit den Plänen für die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes am südlichen Haupteingang (Theodor-Heuss-Platz) beschäftigen, während die Bahn im Gebäude selbst für Verbesserungen sorgen werde. Der Platz am nördlichen Haupteingang und die Zufuhrstraße würden allerdings zunächst noch unverändert bleiben.

Die Zusammenfassung der Jobcenter-Standorte in Neuss, Kaarst, Meerbusch und Korschenbroich in einem einzigen Komplex soll, so Jürgen Steinmetz als Vertreter des Kreises in der Trägerversammlung, Dienstleistungen optimieren und Kosten einsparen helfen. Neben Neuss wird es künftig kreisweit nur noch einen zweiten Standort im alten Kreishaus in Grevenbroich geben. Er habe, so Steinmetz, den Eindruck, dass sich die Jobcenter generell aus der Fläche zurückziehen.

Der Standort Neuss hatte sich aufgedrängt, da in der Stadt die Hälfte der betreuten Hilfeempfänger leben. Für die anderen werden sich die Wege bei etwaigen Behördenterminen deutlich verlängern. Auch das diesem Grund hatte zum Beispiel die Stadt Meerbusch mit einer Resolution gegen solche Pläne interveniert.

Für die Suche nach einer Büro-Alternative hatte das Jobcenter eine öffentliche Ausschreibung gemacht. Neubau und Anmietung erschienen bei Auswertung der Offerten als wirtschaftlichste Lösung.

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(NGZ/rl/top)