Neuss: Neues Inklusions-Konzept in Arbeit

Neuss: Neues Inklusions-Konzept in Arbeit

Veranstaltungstag in der Stadtbücherei und neuer Internetauftritt geplant.

Inklusion ist mehr als Barrierefreiheit. Mit dieser Gewissheit macht sich Mirjam Lenzen daran, sich auch um die schönen Dinge des Lebens zu kümmern. Und das von Amts wegen, als Inklusionsbeauftragte der Stadt. Ergebnis soll ein Tag der Inklusion sein, den sie mit anderen Partnern am Donnerstag, 3. Mai, in der Stadtbibliothek organisiert. Ein Tag mit der Ausstellung von Bildern eines autistischen Künstlers, Führungen (in leichter Sprache) und einer Lesung mit dem Titel "Drei Worte auf einmal" am Abend.

Inklusion hat zum Ziel, die Benachteiligung von Menschen mit Behinderungen zu beenden. Dazu müssen alle Lebensbereiche in den Blick genommen werden. Ein erstes Inklusionskonzept aus dem Jahr 2012 allerdings hatte seinen Schwerpunkt auf die schulische Inklusion gelegt. Nun wird nachgebessert. Bis Ende des Jahres, so kündigt Mirjam Lenzen an, will sie ein abgestimmtes Gesamt-Inklusionskonzept vorlegen. "Inklusion wird als Prozess verstanden", sagt Lenzen. "Die Stadt macht sich mit vielen Menschen gemeinsam auf den Weg, diesen Prozess zu gestalten."

Sie selbst übernahm Mitte 2016 die Aufgabe, im Rathaus eine Stabsstelle Inklusion aufzubauen und zu leiten. Das hatte anfangs viel mit dem "Klinken putzen" zu tun, wie ihre erste Jahresbilanz belegt. In dem berichtet sie von 24 Besuchen bei Trägern, Vereinen und Verbänden sowie in 35 Einrichtungen. Die Idee dahinter: Sich ein Bild machen von der Beratungs- und Unterstützungslandschaft für Menschen mit einem Handicap. Basisarbeit, auf der nun aufgebaut werden soll.

Ein Ziel für dieses Jahr ist es, auf der Internetseite der Stadt eine Übersicht aller Angebote zu Inklusions-Themen zu platzieren. Partner dabei sind die Lebenshilfe, die Aktion Mensch oder die Partner am "Runden Tisch Barrierefreiheit". Die Übersicht, schreibt Lenzen, "soll künftig eine große Hilfe sowohl für Fachkräfte als auch für Betroffene Bürger sein". Zudem will sie erreichen, dass in der Verwaltung schrittweise mit der Einführung der "leichten Sprache" im Amtsgebrauch und Schriftverkehr beginnt. Und sie plant Veranstaltungen im Rathaus, um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, was gleichberechtigter Umgang miteinander heißt.

(-nau)