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Neuss: Neues Flüchtlingsheim schon ein Fall fürs Museum

Neuss : Neues Flüchtlingsheim schon ein Fall fürs Museum

In der Ausstellung "Making Heimat" des Deutschen Architekturmuseums ist die Neusser ZUE als vorbildlich ausgestellt.

Die Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) des Landes an der Stresemannallee findet bundesweit Beachtung. Das beweist die Ausstellung "Making Heimat. Germany, Arrival Country", die noch bis zum 10. September im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt am Main gezeigt wird. Dort ist die Neusser Flüchtlingsunterkunft als eines von sieben außergewöhnlichen Projekten gelistet und umfangreich dargestellt.

Die Pläne zum Bau der Neusser ZUE mit 1000 Plätzen entstanden unter dem Druck steigender Flüchtlingszahlen. Deutschlandweit wurden seit 2015 in kürzester Zweit Unterkünfte für Tausende Menschen geschaffen. Oft griff man auf Gebäude zurück, die umgewidmet und als Flüchtlingsheim hergerichtet wurden. "Menschen finden dort wenig Intimsphäre", weiß Nikolaus Zumbusch, der für das Architektenbüro von Markus Schmale spricht. Dort entstand am Reißbrett und im Computer eine der wenigen Anlagen, die - im Zusammenwirken mit Experten des Landes - passgenau als Flüchtlingsunterkunft entworfen und gebaut wurde. Inclusive Infektionsbereich für die Isolierung und Behandlung kranker Flüchtlinge. Bauherr war der Bauverein, der den Gebäudekomplex im Februar an das Land übergab. Das Land hat das Objekt für 25 Jahre angemietet.

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Wie die Herausforderung, schnellstens viel Wohnraum zu schaffen, in Deutschland gemeistert wurde, soll Thema eines Symposiums sein, das das Architekturmuseum für kommenden Mittwoch, 29. März, organisiert. Die Kölner Architektin Karen Jung wird dort für das Team Schmale den Zweckbau an der Rennbahn vorstellen. Dessen Existenz hat sich schon in anderen Städten herumgesprochen, bestätigt Zumbusch. Es gäbe Anfragen von anderen Kommunen, sich das Haus einmal anschauen zu wollen.

Die Ausstellung "Making Heimat" knüpft an die Bau-Biennale im vergangenen Jahr in Venedig an und wurde vom Architekturmuseum für den deutschen Pavillon dort geschaffen. Auch an diesem Projekt war der inzwischen in Grevenbroich-Kapellen lebende Markus Schmale beteiligt. Die Ausstellung in Frankfurt aktualisiert und erweitert die Themenfelder der Biennale noch einmal. Mehr Infos im Internet unter www.dam-online.de.

(-nau)