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Neuss: Neues Einkaufszentrum für Holzheim

Neuss : Neues Einkaufszentrum für Holzheim

Im Nahversorgungszentrum Holzheim soll sich der Discounter "Netto" an der Bahnhofstraße neu aufstellen. Das beraubt die Schützen zwar ihrer Fackelbauhalle, macht aber vielleicht den Weg für eine Neuordnung am Hindenburgplatz frei.

Die Investoren und künftigen Betreiber hüllen sich noch in Schweigen, doch im Kaiser's Lebensmittelmarkt an der Bahnhofstraße ist es längst rum: Der Markt wird abgerissen. Grundstückbesitzer Fritz Bayer bestätigte auf Anfrage, dass Kaiser´s den Mietvertrag gekündigt hat und er einen Erbpachtvertrag über die Fläche mit einem Projektentwickler aus Kevelaer verhandelt. Der soll dem Vernehmen nach ein Einkaufszentrum mit mehr als 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche bauen — mit dem Discounter "Netto" als Hauptmieter.

Foto: Woitschützke, Andreas (woi)

Eine solche Ansiedlung hätte Veränderungen für den Ort zur Folge, die Thomas Nickel nur positiv bewertet. Neben dem Vollsortimenter Rewe bekämen die fast 8000 Holzheimer ergänzend eine preiswertere Einkaufsgelegenheit, erklärt der CDU-Stadtverordnete und Vorsitzende des Bezirksausschusses Holzheim einen Aspekt.

Nickel hat aber auch die Hoffnung, dass sich mit einem großen Netto-Markt an der Bahnhofstraße das kleinere Geschäft dieser Kette am Hindenburgplatz erübrigt. "Die Anlieferung dort ist immer problematisch," beschreibt Nickel ein schon oft gehörtes Problem. Würde dieser Markt nicht mehr benötigt, könnten die schon vor mehr als zehn Jahre diskutierten Pläne zur Neugestaltung eines geschlossenen Hindenburgplatzes hervorgeholt und vielleicht doch Realität werden.

Eine andere Entwicklung ist schon handfesterer Natur. Weil das neue Einkaufszentrum mehr Fläche einnehmen wird als der Kaiser´s, verschwindet die Zufahrt zu den dahinter liegenden Hallen unter Verkaufsflächen. Eine Nutzung für die Fackelbauer ist damit nicht mehr möglich, weil die Schützen ihre Großfackeln nicht mehr aus der Halle auf die Straße bekommen.

Die Erschließung der Hallen soll von der rückwärtigen Seite aus durch eine noch zu öffnende Wand erfolgen, sagt Bayer. Maximal 2,50 Meter Durchfahrtshöhe aber lassen Fackelbauern kein Durchkommen an dieser Stelle. Die Halle selbst aber bleibt erhalten und soll nach Bayers Plänen als Lager vermietet weden.

Bahnhofstraße, Hauptstraße und Hindenburgplatz markieren das Nahversorgungszentrum, wie es zur Entwicklung des Einzelhandelsgutachtens 2009 von dem Kölner Regionalplanungsbüro Jansen definiert wurde. Schon damals wurde an dem Kaiser´s Lebensmittelmarkt ein "veraltetes Erscheinungsbild" bemängelt. Schon damals wurde die Ansiedlung eines Drogeriemarktes dringlicher eingeschätzt als die Schaffung eines Einkaufszentrums. Geschäftsbesatz, eine gute Angebotsausstattung mit einem zum Teil gehobenen Sortiment und eine "ruhige dörfliche Einkaufsatmosphäre" wurden in einer Stärke/Schwächen-Analyse eindeutig auf der "Haben-Seite" des Nahversorgungszentrums verbucht.

Die aktuellen Entwicklungen haben eine längere Vorgeschichte mit Gesprächen und Terminen. "Wir haben eigentlich immer darauf gewartet, dass es mal losgeht", sagt Frank Wolters, der Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung. Das soll nach Bayers Darstellung mit dem Abriss des Kaiser´s noch in diesem Frühjahr passieren. Auch wenn die Netto-Pressestelle nur nüchtern feststellt, zum Eröffnungsdatum keine Details nennen zu können.

(NGZ/rl)