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Neuss: Neues Arbeitsschiff auf dem Rhein

Neuss : Neues Arbeitsschiff auf dem Rhein

Die "Quirinus" sorgt dafür, dass der Rhein eine sichere Wasserstraße bleibt.

Mit Trompetenklängen und einer Wasserfontäne aus einem Feuerlöschboot ging die Taufe des neuen Aufsichts- und Arbeitsschiffes auf dem Rhein einher. Monsignore Wilfried Korfmacher taufte den 20,23 Meter langen Doppelschrauber, dessen Äußeres an eine Fähre erinnert, auf den Namen "Quirinus". Das 1,1 Millionen Euro teure Boot steht im Dienst des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) und ersetzt nun die "Anger", die nach 46 Dienstjahren in der Neusser Außenstelle ausgemustert wird.

"Die ,Quirinus' wird auf der meistbefahrenen Binnenschifffahrtsstraße in Europa für Sicherheit sorgen", erklärt Birgitta Beul, Leiterin des Kölner WSA den Gästen. Ausgerüstet mit modernster Technik, darunter einem Bildschirm, der auf Fingerberührung reagiert ("Touch-Panel"), kontrolliert das Boot auf dem 30 Kilometer langen Rheinabschnitt zwischen Duisburg-Bockum und Dormagen-Zons die Schleusen und Brücken, Uferböschungen, Schifffahrtszeichen und schwimmenden Anlagen. Es peilt das Gewässerbett und dient als Einsatzzentrale bei größeren Havarien.

"Bis zu 600 Schiffe fahren jeden Tag den Rhein entlang", berichtet Michael Heinz, Dezernatsleiter der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt. "Sie alle erwarten eine sichere Sohle frei von Untiefen und verlässliche Schifffahrtszeichen." Reiner Breuer, stellvertretender Neusser Bürgermeister und Landtagsabgeordneter, versprach, sich dafür einzusetzen, dass mehr Güterverkehr auf Schiffe und damit auf die Wasserstraße Rhein verlegt wird. "Neuss ist eine Hafen- und Hansestadt", sagt er.

Die "Quirinius" ist das erste von drei neuen Schiffen des Kölner Wasser- und Schifffahrtsamtes, die alle aus der Werft Hermann Barthel an der Elbe stammen. Mit 20 Stundenkilometer in der Spitze sind sie fast doppelt so schnell wie die "Anger". "Damit können wir viel schneller an Unfallstellen sein", erklärt Heinz. Außerdem sorge der standardisierte Schiffstyp dafür, dass sich die Kapitäne auch auf den anderen Arbeitsschiffen des Amtes sofort zurecht finden. Erster Mann an Bord der "Quirinus" ist Johannes Nelles. Der 63-jährige Meerbuscher lenkt seit 19 Jahren Schiffe auf dem Rhein.

(NGZ)