1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: Neuer Stadtteil im Hammfeld

Neuss : Neuer Stadtteil im Hammfeld

Im Hammfeld steckt mehr als ein schicker Büro- und Dienstleistungsstandort. Auf der Immobilienmesse Expo Real in München diskutierte Bürgermeister Herbert Napp erste Pläne mit Besitzern von Grundstücken und Gebäuden.

Hochklassig wohnen und arbeiten in der Nachbarschaft — im Hammfeld kann das funktionieren. Bürgermeiser Herbert Napp ist davon überzeugt und sieht sich durch Gespräche auf der gestern Abend in München zu Ende gegangenen Immobilienmesse Expo Real bestätigt. "Wir haben die Chance, dort, zwischen Innenstadt und Rhein, einen neuen, zentralen Stadtteil zu entwickeln", sagt Napp.

Am Bürostandort Hammfeld könnten Wohn(hoch)häuser entstehen. Foto: woi

Auf der Messe diskutierten der Bürgermeister, Planungsdezernent Christoph Hölters und Kämmerer Frank Gensler das Thema unter anderem mit Vertretern der Greve-Gruppe. Das Hamburger Immobilienunternehmen mit Professor Helmut Greve an der Spitze verfügt im Hammfeld nicht nur über große Bürogebäude, sondern auch über ungenutzte Flächen. "Büros sind gut, haben aber ein Problem. Angesichts des Überangebots tun sich die Anbieter mit der Vermietung schwer", sagt Napp.

Das Hammfeld auch für Wohnen zu öffnen, könnte ein Ausweg sein — ein hochattraktiver noch dazu: zentral zur Innenstadt, aber auch nah am Rhein und den angrenzenden Naherholungsgebieten von Rheinpark bis Rennbahnpark gelegen. "Wir haben die Idee geprüft. Sie ist machbar", sagt Hölters. Am 30. Oktober will er das Projekt im Planungsausschuss vorstellen.

In München präsentierten Greve-Vertreter bereits erste "Systemskizzen". Sie zeigen, wo im Hammfeld Neubauten für Wohnungen möglich sind. Dazu gehören zum Beispiel Grundstücke im Umfeld des Euromoda-Komplexes. Gedacht ist an Hochhäuser mit exklusivem Rund-um-Service, Concierge und Loft-Charakter. "Professor Greve hat signalisiert, dass er von den Plänen begeistert ist und auf eine Umsetzung drängt", sagt Napp. Unabhängig davon führte Wirtschaftsförderer Frank Wolters Gespräche mit anderen Hauseigentümern im Hammfeld. Auch sie beschäftigen sich mit Ideen, die Lofts mit Panoramablick in oberen Etagen vorsehen.

Als potenzielle Mieter haben die Planer unter anderem Mitarbeiter der internationalen Unternehmen in Neuss und Umgebung im Blick, die oft nur für begrenzte Zeit nach Deutschland kommen. "Schulgebäude sind im Hammfeld bereits vorhanden, eine Sporthalle und Grundlagen für Einzelhandel ebenfalls", Napp ist überzeugt, dass die Ideen fürs Hammfeld realistisch sind. In Kürze werde dort auch eine Kindertagesstätte eröffnen. "Die Ideen kommen nicht nur aus Politik und Verwaltung, sondern direkt aus dem Markt", sagt Gensler. Bessere Voraussetzungen könne es kaum geben.

Ralph Knist, Leiter Vermögensverwaltung der Greve-Gruppe, bestätigt das Interesse an einer neuen Nutzung des Hammfelds. Erfahrungen, zum Beispiel aus Hamburg, zeigten, wie gefragt solche Konzepte seien. Hölters sieht die Chancen für das Projekt auch durch den Bau des neuen Wohnquartiers auf dem Alexianergelände deutlich erhöht: "Damit haben wir die Möglichkeit, das Hammfeld in diese Richtung weiter ans Zentrum anzubinden." Bislang hätten die mehrspurigen Straßen, die das Hammfeld umgeben, den Anschluss an die City fast unmöglich gemacht. "Jetzt haben wir die Chance, die ,Isolierstation' Hammfeld aufzubrechen", sagt Bürgermeister Napp.

(NGZ/rl)