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Neuer Schützenkönig in Neuss​: Marc Hillen von den Grenadieren wird Schützenkönig

Neuer Schützenkönig in Neuss : Ein Grenadier regiert im Jubiläumsjahr

Marc Hillen entschied am Dienstagabend das Vogelschießen der Neusser Schützen für sich, als er mit dem 56. Schuss über seine drei Mitbewerber triumphierte. Sein Vorgänger schmiedet nach 1099 Tagen im Amt nun ganz andere Pläne.

Eine einzige Chance wollte sich Marc Hillen nur geben, aber die hat der Grenadier vom Zug „Liebe Jungens“ genutzt: Mit dem insgesamt 56. Schuss krönte der 52-Jährige am Dienstagabend um 19.03 Uhr seine bisherige Schützenlaufbahn und sicherte sich die Neusser Königswürde. Sein Korps, das im kommenden Jahr das 200-jährige Bestehen feiert, erlebt dieses Jubiläum nun mit einem König aus den eigenen Reihen. Entsprechend groß war der Jubel der Chargierten, die nach der Proklamation beim Einzug des Schützenkönigs ins Festzelt Spalier standen.

Erst am Sonntagmorgen hatte Hillen seine Kameraden in seine Pläne eingeweiht. Über eine Bewerbung sei vorher schon mal gesprochen worden, erinnert sich Andreas Biletzki, der Oberleutnant des Zuges. „Aber es wurde nie ernst gemacht.“ Nun sei es eine „echte Hillen-Entscheidung“ gewesen, ergänzt Leutnant Klaus Wyrich: „Spontan, kreativ, zielführend.“

Der 56. Schuss brachte die Entscheidung für Marc Hillen.
Der 56. Schuss brachte die Entscheidung für Marc Hillen. Foto: Andreas Woitschützke

Hillen war der erste Bewerber dieses Zuges, der 1948 gegründet wurde. Eines der Gründungsmitglieder und nach Wyrichs Überzeugung auch der Retter des Zuges ist Theo Hillen, Vater und Zugkamerad der Schützenmajestät, dem an der Vogelstange am Ende Tränen in den Augen standen: „Ganz toll hat er das gemacht.“

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In der Tat war dieses Vogelschießen nicht nur besonders lang, sondern auch besonders spannend. „Jeder hätte es werden können,“ sagt Schießmeister Joachim Pesch, so oft schien es, als würde der Vogel fallen – und pendelte doch nur unter dem Raunen einiger tausend Zuschauer.

Die Mitbewerber Kirschbaum, Meier, Dahlmann – in der Niederlage vereint.
Die Mitbewerber Kirschbaum, Meier, Dahlmann – in der Niederlage vereint. Foto: Andreas Woitschützke

Vier Bewerber waren an der Vogelstange erschienen, wo das Losglück entschied, wer den Anfang machen würde. Als erster musste Ben Dahlmann (37) vom Grenadierzug „de Pittermänner“ ran. Ihm folgte Stephan Meier (55), Major des Tambourkorps „In Treue fest“, der die Kopfhörer für den Schützen immer an Jochem Kirschbaum (60) vom Schützenlustzug „Schwemmböxges“ weitergab. Kirschbaum trat als erster Bewerber in der Vereinsgeschichte schon zum fünften Mal an. Am Ende jedes Durchgangs nahm Marc Hillen den Vogel ins Visier – bis er ihn am Ende von Runde 14 glatt spaltete. „Das wird ein super Jahr für uns“, versicherte er danach den vielen Gratulanten, bevor er auf den Schultern seiner Zugkameraden Leon Engels und Thomas Prinz zur Proklamation getragen wurde.

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Dort stellte Schützenpräsident Martin Flecken den Unternehmer, Ehemann der Innenarchitektin Jutta Hillen und Vater von zwei erwachsenen Kindern als Schützenkönig Marc I. vor. Für Kurt Koenemann, der 1099 Tage lang Schützenkönig von Neuss sein durfte und musste, hieß es damit Adieu zu sagen. Gemeinsam mit Ehefrau Beate dankte er für die Geduld und die Sympathie, die sie von den Neussern erfahren hätten. „Ihr habt uns ge- und ertragen“, sagte Koenemann, der sich nun auf eine Wandertour mit Zugkameraden in den Alpen freut – gleich nach dem Krönungsball für seinen Nachfolger. Hillen selbst, der als vierter Bewerber antrat, um zur neuen Nummer eins zu werden, freut sich nun, wie er bekennt, dem Schützenwesen in Neuss, das er seit Kindertagen liebt und lebt, etwas zurückgeben zu können.

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