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Neuss: Neuer Plan für den Nordpark

Neuss : Neuer Plan für den Nordpark

Die Neusser Bäder- und Eissporthallen GmbH ist bereit, einen Teil des Außengeländes am Nordparkbad abzugeben. Damit wäre der Weg für eine Revitalisierung der Anlage frei. Einen Plan dazu gibt es, Geld (noch) nicht.

Auch wenn die Kasse leer ist, bleibt Nachdenken erlaubt. Das zeigte sich gestern im Umweltausschuss, dem die Stadtverwaltung einen ersten Entwurf für ein Entwicklungskonzept "Nordpark" vorlegte. Ein echtes Großprojekt Geld für eine Umsetzung ist nirgends in Sicht, doch die Politik will, dass diese Vision, wie Roland Kehle (Grüne) das Konzept nannte, Wirklichkeit wird. Und damit das niemand vergisst, wurde gestern eine (leere) Haushaltsstelle eingerichtet. Für spätere Jahre.

Die Idee, den Nordpark aufzuwerten, treiben vor allem die St. Sebastianus-Schützenbruderschaft, der Werbekreis Nordstadt und der Initiativkreis Nordstadt voran. Dessen Vorsitzender Toni Selders hatte vor zwei Jahren einen Testballon steigen lassen. "Der Nordpark ist ein bedeutendes Stück Nordstadt. Wenn nicht die gesamte Fläche für das Bad genutzt wird, könnte man darüber nachdenken, einen Teil des großen Areals der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und etwa in den entstehenden Grünzug an der Neusser Weyhe einzubinden", formulierte Selders vorsichtig, nachdem der Initiativkreis mit seinem Sommerfest in den Nordpark zurückgekehrt war.

Ein Einstieg in das Vorhaben, so argumentierte gestern Ingrid Schäfer (CDU), sei schon mit der Anlage des Hermann-Josef-Dusend-Platzes erfolgt, der am Eingang zum Grünzug entlang der Neusser Weyhe angelegt wurde. Sie glaubt, dass auch das gestern grundsätzlich für gut befundene (Grob)-Konzept in kleinen Schritten und vielleicht auch mit Hilfe von Sponsoren umgesetzt werden könnte.

Dreh- und Angelpunkt für die Neuaufwertung war und ist die Frage, ob das Außengelände des Nordparkbades zugunsten des Parks verkleinert werden kann. Das geht. Die Neusser Bäder- und Eissporthallen GmbH würde 22 000 derzeit eingezäunte Quadratmeter abgeben — und verlangt dafür 363 000 Euro.

Planungs- und Ausbaukosten selbst hat die Verwaltung grob mit weiteren 300 000 Euro veranschlagt. Dafür sollen — wie es die drei Nordstadt-Vereine schon im vergangenen Jahr in einem Brief an den Bürgermeister angeregt hatten — Rad- und Wanderwege entstehen, die die öffentlichen Grünflächen im Bereich der Neusser Weyhe stärker miteinander vernetzen. Nicht mehr benutzte Abstellflächen für Räder sollen entsiegelt und der Parkplatz verkleinert werden. Mit Kinderspielplatz, einem Platz für Jugendliche und Trainingspunkten für "Jungsenioren" soll das große Areal Freizeitangebote für jede Altersgruppe bieten. Boulebahn Streetball-Körbe oder den Bau eines Forums für Lesungen schlägt die Verwaltung ihrerseits vor — und eröffnet damit die Debatte.

(NGZ/jco)