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Neuss: Neuer Netto-Markt weckt viele Hoffnungen

Neuss : Neuer Netto-Markt weckt viele Hoffnungen

Gut 25 Holzheimer fanden gestern den Weg zur Redaktion der NGZ im Brauereiausschank Holzheim. Zentrales Thema: Das Einkaufszentrum.

Am 6. April schließt der Kaiser´s Lebensmittelmarkt an der Bahnhofstraße, ab Mai soll er abgerissen werden und einem neuen Einkaufszentrum Platz machen. Wann das gebaut wird, ist derzeit eine viel diskutierte Frage im Ort – und war auch gestern das zentrale Thema bei der Mobilen Redaktion, mit der die NGZ im Brauereiausschank Frankenheim Gast war.

NGZ-Redakteur Christoph Kleinau (oben, rechts) im Gespräch in Holzheim. Das beherrschende Thema: die Pläne fürs neue Einkaufszentrum. Foto: l. Hammer

Der CDU-Stadtverordnete Rolf Knipprath dämpfte vor gut 25 Zuhörern etwas die Erwartungen: "Das kann dauern. Wir haben noch keine Pläne gesehen." Doch Willy Lohkamp glaubt an eine schnelle Entwicklung: "In Reuschenberg entsteht ein neuer Rewe-Markt." Deshalb müsse Netto mit seinem Discountmarkt kommen, bevor sich viele Kunden umorientieren.

Von Termin und Tempo hängt einiges ab. Jürgen Schmitz hätte am wenigsten gegen etwas Planungsstillstand: "Wir hoffen, dass wir für dieses Jahr noch eine Regelung für die Fackelbauer finden", sagt der Schriftführer des Bürgerschützenvereins, dem Fritz Bayer mit Wirkung zum 31. März den Mietvertrag für die hinter dem Kaiser's gelegene Halle gekündigt hat. Ihm und den Karnevalisten, für die Gabriele Gavranis sprach. Denn die neuen Fackelbauplätze auf dem Hof Höfges können diese Vereine erst ab 2014 nutzen. Ein Bleiberecht in der Halle und ein Querungsrecht der künftigen Baustelle würde das Problem lösen, sagt Schmitz, doch das sei offenbar nicht verhandelbar.

Die Schaffung des Netto-Marktes begrüßten alle Diskussionsteilnehmer. Aber ihre Wünsche gehen darüber hinaus und sind städtebaulicher Natur. Einen baulich gelungenen Markt wünscht sich Herbert Grote, denn genau an dieser Stelle nimmt der Holzheimer Schützenkönig jährlich die Parade ab. Johannes Schornstein dachte in zwei ganz andere Richtungen. Das neue Gewerbegebiet an der A 46, das die Stadt vorrangig entwickeln will, würde die Möglichkeit bieten, die Tankstelle von der Bahnhofstraße an den Ortsrand zu verlagern. Damit wäre der Weg frei, um über den Bau des Einkaufszentrums hinaus die gesamte Liegenschaft der ehemaligen Firma Bayer zu entwickeln. Dem widersprach Jürgen Kruppa, der Tankstellenpächter: "Es hat solche Überlegungen schon gegeben. Aber ich würde lieber im Ort bleiben." Und auch Beowulf Pilatzki war gegen eine Auslagerung: "Eine Tankstelle ist auch ein Büdchen." Und das sähe er lieber im Ort als auf bestem Ackerboden.

Wenn Netto an die Bahnhofstraße kommt – schließt dann der Markt am Hindenburgplatz? Auch diese Frage bewegt Holzheim. Die Aufgabe des Mini-Discounters – des "letzten Provisoriums in Holzheim", wie es Schornstein nannte – würde die Gelegenheit eröffnen, alte Pläne zur Aufwertung des Platzes zu verwirklichen. "Ein Ortszentrum hat Holzheim ja eigentlich nicht", meinte Marianne Bloemacher. Dort könnte es entstehen. Und Ralf Siegers konnte sich auch vorstellen, die Attraktivität des Platzes dadurch zu erhöhen, dass in dem leeren Laden "ein erweiterter Kiosk oder ein Cafe" angesiedelt wird. Dann hätten auch die älteren Holzheimer, die im Quartier Gell'sche Straße wohnen, weiter eine Einkaufsmöglichkeit, zu der sie zu Fuß kommen können.

(NGZ)