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Neuss: Neuer Anlauf für Neusser Burundi-Hilfe

Neuss : Neuer Anlauf für Neusser Burundi-Hilfe

Eine sechsköpfige Delegation reiste nach Afrika, um mit Partnern vor Ort über Hilfsprojekte zu sprechen. Die Reise können sie hier verfolgen.

Schwester M. Crescentia vom Orden der Neusser Augustinerinnen ist Mittwoch eine Reise zu ihrer alten Wirkungsstätte angetreten: Sie flog gemeinsam mit einer Neusser Delegation nach Burundi, wo sie von 1966 bis 1989 als Krankenschwester gearbeitet und eine Gesundheitsstation mit aufgebaut hat. Das Reiseteam wird zwölf Tage lang durch Burundi reisen, rund 1000 beschwerliche Kilometer zurücklegen, unter anderem die beiden Stationen in Gihanga und Gitaramuka aufsuchen und vor Ort gemeinsam mit den Kooperationspartnern weitere Schritte planen.

 Die erkrankte Immaculé Daisenga muss dringend operiert werden.
Die erkrankte Immaculé Daisenga muss dringend operiert werden. Foto: Augustus Kliniken

Die Reise der Delegation können Sie hier verfolgen.

 Eine Neusser Delegation reiste nach Burundi, um über Hilfsprojekte zu sprechen.
Eine Neusser Delegation reiste nach Burundi, um über Hilfsprojekte zu sprechen. Foto: Augustus Kliniken

"Wir wollen genau überprüfen, welche Hilfe bislang geleistet worden und was in Zukunft notwendig sein wird", sagt Paul Neuhäuser, Vorsitzender der Geschäftsführung der St. Augustinus-Kliniken, der zur Delegation gehört. "Es ist aber kein einseitiger Transfer. Denn wir können viel voneinander lernen." Neuhäuser wird begleitet von Dr. Margarete Albiez, Oberärztin der Frauenklinik im Johanna-Etienne-Krankenhaus. Die Gynäkologin, die für die Organisation "Ärzte für die Dritte Welt" 2009 in Kalkutta und 2012 in Kenia gearbeitet hat, wird vor allem den medizinischen und pflegerischen Bedarf dokumentieren.

 Schwester Crescentia , Dr. Magarete Albiez, Schwester Beatrice und Paul Neuhäuser reisen heute nach Brurndi. Das Ziel der Mission stellten sie mit Generaloberin Praxedis vor (v.l).
Schwester Crescentia , Dr. Magarete Albiez, Schwester Beatrice und Paul Neuhäuser reisen heute nach Brurndi. Das Ziel der Mission stellten sie mit Generaloberin Praxedis vor (v.l). Foto: L. Berns
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Ihre 19-jährige Tochter Isabele, die derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr ableistet, wird ebenfalls mit nach Burundi fliegen. Ebenso die Auslandsjournalistin Bettina Rühl, die die Reise in Wort und Bild dokumentieren wird.

Weiteres Mitglied des Reiseteams ist Schwester Beatrice vom burundischen Bene-Umukama-Orden. Für sie ist es eine Reise in ihre alte Heimat. 16 Jahre lang hatte sie verantwortlich in der Ordensgemeinschaft gearbeitet, bis sie gemeinsam mit Schwester Yolande im Jahr 2011 Opfer eines lebensgefährlichen Rebellenüberfalls geworden war. Beide wurden in Neuss und Düsseldorf mehrfach operiert und konnten sich im Kloster Immaculata erholen. Mittlerweile arbeiten beide Ordensschwestern bei den Neusser Augustinerinnen.

Das Engagement der Neusser Augustinerinnen in der zentralafrikanischen Republik Burundi hat bereits eine lange Tradition. 1966 gingen die ersten Ordensschwestern nach Burundi und bauten dort zwei Gesundheitszentren auf. Zeitgleich wurde auf Initiative der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) im Stadtdekanat Neuss das Burundi-Komitee gegründet, das seit nunmehr fast 50 Jahren die Hilfe zur Selbsthilfe finanziell durch Spendensammlungen unterstützt. 1989 zogen sich die Augustinerinnen aus Burundi zurück und übergaben die Stationen an einheimische Ordensfrauen. Seitdem stehen die beiden Ordensgemeinschaften in regelmäßigem Austausch und unterstützen sich effektiv.

"In den fast 50 Jahren sind rund drei Millionen Euro für Burundi zusammen gekommen", sagt Anneliese Dorsemagen, Vorsitzende des Burundi-Komitees. Davon wurden viele größere Projekte verwirklicht: Ein Hospital erhielt Operationssaal, Labor und neues medizinisches Gerät, Krankenwagen wurden angeschafft und an der ehemaligen Christenschule in Gitaramuka eine gymnasiale Oberstufe errichtet. "Ohne finanzielle Unterstützung gäbe es dies alles nicht. Wir sind für jeden Euro dankbar", sagt Generaloberin Schwester M. Praxedis.

(NGZ)