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Serie Countdown - noch 92 Tage bis zur Wiedereröffnung des Clemens-Sels-Museum: Neue Vitrinen schützen alte Fundstücke

Serie Countdown - noch 92 Tage bis zur Wiedereröffnung des Clemens-Sels-Museum : Neue Vitrinen schützen alte Fundstücke

In loser Folge stellt die NGZ vor, was sich wo mit der Wiedereinrichtung des Clemens-Sels-Museum verändern wird. So wurden die Vitrinen aus den 1970er Jahren ausgetauscht. Die Neuen sind viel leichter und einfacher zu bewegen.

Neuss Auf den ersten Blick wird kaum erkennbar sein, was in dem ab 17. Mai wiedereröffneten Clemens-Sels-Museum alles neugemacht ist. War der Beton nicht früher dunkler? Nein, aber es wirkt so, weil die Wände jetzt weiß gestrichen sind. Also ist es auch nur eine Täuschung, dass die in die Wand eingelassenen Vitrinen auf dem ersten Treppenabschnitt einem auch so neu vorkommen? Nein, ist es nicht, denn die sind tatsächlich neu. Genauso wie jene großen Standvitrinen im Untergeschoss oder in der zukünftigen Kunstausstellung im ersten Obergeschoss ...

Die aufwendigen Sanierungsarbeiten, die eine Schließung des Deilmann-Baus für mehr als 18 Monate nötig machten, wurden größtenteils hinter den Kulissen erledigt, sind allenfalls zu erahnen. Allerdings nutzte das Team um Uta Husmeier-Schirlitz die Zeit, die Präsentation der Kunst zu überdenken, und hat dafür auch allerhand Hilfsmittel angeschafft, die zum einen den Sehgewohnheiten der Besucher und zum anderen dem Schutz und der Sicherheit der Exponate dienen. Neue Vitrinen zum Beispiel.

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Die bringen den Archäologen des Hauses, Carl Pause, regelrecht zum Schwärmen. Die von ihm konzipierte Römische Abteilung im Untergeschoss des Museums ist große Nutznießerin der Anschaffung. Denn gleich 17 von insgesamt 20 Vitrinen werden von ihm "bespielt". Große transparente Kästen auf einem Sockel, der auf zwei Beinen steht. Simpel sehen sie aus. Und sehr schwer. Aber das ist schon mal der erste Irrtum.

"Sie sind gar nicht schwer", sagt Pause, schiebt flugs erst an der einen, dann an der anderen Seite, schließlich noch an der Oberkante mit einer Art Radiergummi jeweils eine Metallkante hoch, löst eine Scheibe heraus und hält sie in einer Hand. "Ist Plexiglas", sagt Pause und lacht, "so klar und transparent wie richtiges Glas, aber wesentlich leichter und dabei auch noch kratzresistenter." Viele Vitrinen sind schon bestückt, aber die Scheiben sind noch mit Folie geschützt, und erst als Pause eine abzieht, zeigt sich, wie recht er hat.

Lange hätten sie nach einem System gesucht, dass gut zu bewegen und gleichzeitig optisch ansprechend sei, sagt Pause. Auf einer Fachmesse für Museumseinrichtung ist er fündig geworden, hat die Vitrinen entdeckt und der Museumsleitung vorgeschlagen. Einfach so kaufen ging jedoch nicht. Zum einen, weil dem Museum das nötige Geld dafür fehlte, und zum anderen wollte man vor allem erst mal ausprobieren, ob die Vitrinen ins Haus passen. So wurde eine "Stellprobe" gemacht, genau geschaut: Erfüllen sie den Anspruch, zweckmäßig zu sein, ein neues Erscheinungsbild zu liefern und gleichzeitig auch einen Wiedererkennungswert zu haben?

"Neue Vitrinen mussten auf jeden Fall her", sagt Pause, "denn die alten stammten noch aus den 1970er Jahren, waren teilweise so marode, dass sich eine Reparatur nicht mehr lohnte." Weil das begutachtete Vitrinensystem allen Anforderungen gerecht wurde, landete es ganz oben auf der Wunschliste. "Wir können es beliebig erweitern", erklärt Pause, "es ist in der Höhe und Größe flexibel." Und mit Hilfe der Jubiläumsstiftung der Sparkasse konnte sich das Clemens-Sels-Museum den Kauf schließlich auch leisten. Eine Innenarchitektin half bei der Entscheidung, die richtige Vitrinengröße für den richtigen Platz zu bestimmen.

Für Pause bedeuten die neuen Vitrinen vor allem mehr Spiel-Raum für die Ausstellungsgestaltung. Er muss kein Gewicht mehr stemmen, wenn er Exponate austauschen will, hat mit den großen Versionen auch die Möglichkeit, große Fundstücke wie Amphoren zu zeigen.

(NGZ)