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Themen zur Kommunalwahl: Verkehr und Infrastruktur: Neue Straßen lösen Verkehrsprobleme nicht

Themen zur Kommunalwahl: Verkehr und Infrastruktur : Neue Straßen lösen Verkehrsprobleme nicht

Die Parteien verbinden mit einem Verkehrsentwicklungsplan unterschiedliche Erwartungen. Das Mobilitätsangebot wird facettenreicher.

Bunte Bänder durchzuschneiden, um neue Straßen für den Verkehr freizugeben - solche Anlässe sind in Neuss sehr selten geworden. Denn der Straßenbau reduziert sich auf die Erschließung neuer Wohn- und Gewerbegebiete. Der immer dichter werdende Strom der Autos muss auf dem Straßennetz Platz finden, das vorhanden ist. Die Folge sind immer häufiger Staus - doch neue Straßen sind aus Sicht der Politik keine Lösung mehr, um diese Knoten aufzulösen. Um das Thema in einem größeren Zusammenhang anzugehen, setzen die Parteien auf den Verkehrsentwicklungsplan (VEP) als Steuerungselement, doch an den werden unterschiedliche Erwartungen geknüpft.

Den vorhandenen Plan, der nun mit der Erarbeitung eines Flächennutzungsplanes neu aufgerufen wird, möchte die SPD gerne durch einen umfassenderen Mobilitätsentwicklungsplan ersetzen. Ziel müsse es sein, so SPD-Spitzenkandidat Reiner Breuer, die bestehende Infrastruktur zu sichern und bedarfsgerecht auszubauen. Es müssten aber auch verschiedene Verkehrsträger besser miteinander verknüpft werden, sagt Breuer, der die Elektromobilität ebenso gefördert sehen will wie das Car-Sharing. Motor der Entwicklung müssten die Stadtwerke als "Mobilitätsdienstleister" werden.

Die Grünen wollen einen VEP, "der vorrangig den Umstieg vom eigenen Pkw auf öffentlichen Nahverkehr oder Bahn zum Ziel hat",sagt Spitzenkandidatin Ingeborg Arndt. Eine Förderung des Radverkehrs hat für sie zudem den Effekt, dass der durch Autos hervorgerufene Lärm abnimmt und die Luft besser wird.

FDP-Spitzenkandidat Hermann-Josef Verfürth verbindet mit dem VEP konkrete Ziele: Durchfahrtverbot der Innenstadt für Lastwagen oder innenstadtnahe Parkplätze zählt er dazu. Er glaubt aber auch zeitnah an positive Effekte durch die Fertigstellung der A-57-Erweiterung. "Der innerstädtische Verkehr wird sich beruhigen, wenn der Baustellen-Schleichverkehr wegfällt."

Für Linken-Frontmann Roland Sperling taugt der VEP nur als Steuerungselement, "wenn er klare Prioritäten zugunsten des ÖPNV setzt". Beispiel: Das Neubaugebiet am Alexianerkloster werde zu deutlich mehr Verkehr führen, wenn die Straßenbahn nicht ins Hammfeld verlängert wird.

Jörg Geerlings (CDU) pocht darauf, dass bei der Planung neuer Gewerbe- und Wohngebiete die verkehrlichen Auswirkungen geprüft und Lösungen mit geplant werden. Die Partei richte den Fokus auf Verkehrsbrennpunkte, zu denen auch der ruhende Verkehr werden kann. Eine fortlaufende Anpassung der Parkbedingungen müsse Daueraufgabe der Stadtverwaltung werden.

(NGZ)