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Neue Seidenstraße: Zweiter Zug zwischen Neuss und China geplant

Neue Seidenstraße : Zweiter Zug zwischen Neuss und China geplant

Neuss ist seit einigen Wochen an die neue Seidenstraße angebunden: Ein Containerzug verbindet einmal pro Woche den Neusser Hafen mit der chinesischen Handelsmetropole Hefei. Die Güterbahn des Hafenbetreibers RheinCargo übernimmt bei dem Gemeinschaftsprojekt in Neuss die letzte Meile. Wie das Unternehmen mitteilt, ist eine Ausweitung der Kooperation bereits geplant.

Für den internationalen Waren- und Güterverkehr gewinnt die Schiene als umweltverträglicher Verkehrsträger zunehmend an Bedeutung. Die neue Container-Verbindung führt von Neuss in die am Jangtsekiang gelegene Stadt Hefei, die Hauptstadt der Provinz Anhui im Südosten Chinas, rund 400 Kilometer westlich von Shanghai gelegen. Rund 15 Tage benötigt der Güterzug mit 45 Containern für die rund 11.000 Kilometer lange Strecke. Derzeit werden pro Woche rund 100 Züge mit Containern und Wechselbrücken über die RheinCargo-Hafenstandorte in Neuss, Düsseldorf und Köln abgefertigt.

Zielpunkt für die Züge aus China ist das Neusser KV-Terminal von Neuss Trimodal. Von dort aus gehen die Container weiter nach Süddeutschland, Österreich, in die Schweiz und Ungarn. Da der Zug in beide Richtungen voll ausgelastet ist, ist bereits für Ende des Jahres ein zweiter Zug pro Woche avisiert. „Einen Direktzug vom Neusser Hafen nach China anbieten zu können, das macht uns sehr stolz“, erklärt Sascha Odermatt, Geschäftsführer der Neuss Düsseldorfer Häfen (NDH).

Gegenüber dem Seeschiff ist der Transport auf der Schiene doppelt so schnell. Im Vergleich zum noch schnelleren Transport im Flugzeug ist die Bahn laut Unternehmensmitteilung wesentlich günstiger. Nach Duisburg und Köln besitzt nun auch Neuss als dritte Stadt in Nordrhein-Westfalen eine direkte Anbindung an die neue Seidenstraße – ein Erfolg für die NDH und RheinCargo. „Die Seidenstraße hat nun auch einen Quell- und Zielpunkt in Neuss. Daraus ergeben sich weitere Perspektiven im Handel sowohl für Deutschland als auch für China“, erklärt Jan Sönke Eckel, Geschäftsführer des Hafenbetreibers RheinCargo. „Wir sind sehr optimistisch, dass sich diese neue Zugverbindung erfolgreich am Markt etabliert.“

(NGZ)