Neue Reihe "Neusser Mosaike" startet auf Schloss Reuschenberg

Neue Reihe „Neusser Mosaike“: Vielfältige Papier-Kunst im Schloss entdecken

Mit der Besichtigung der Ausstellung „Papier Partout“ auf Schloss Reuschenberg startete am Samstag die neue Reihe „Neusser Mosaike“.

Der Start der neuen Touren-Reihe „Neusser Mosaike“ von Neuss Marketing und NGZ am Samstag hätte besser nicht laufen können: Die Veranstaltung war schnell ausgebucht – Papier-Kunst in historischer Kulturlandschaft auf Schloss Reuschenberg zu entdecken und erklärt zu bekommen, das hatte was. Und Beate Düsterberg-Eissing erwies sich als perfekte Gastgeberin: Zuerst gab es jede Menge Informationen, zum Schluss dann auch noch Kaffee und Kuchen.

Vom Rhein an die Erft: „Wir wohnten zuletzt in Langst-Kierst und haben Schloss Reuschenberg und den Park im Jahre 2009 erworben“, erzählte die 67-Jährige. Und sie gab zu, dass es immer ihr Traum gewesen sei, in einem Schloss zu wohnen. „Mein Mann und ich haben uns in ganz Deutschland umgeschaut und Schloss Reuschenberg war nun wirklich nicht das schönste, aber die Lage hat uns überzeugt“, erklärte die Goldschmiedemeisterin. Zum Ensemble gehörte auch ein 70er-Jahre-Gebäude, das bis 1995 als Hauswirtschaftsschule genutzt wurde. Die neuen Eigentümer erkannten das Potenzial als Galerie, renovierten den nüchternen Flachdach-Zweckbau und stellen die Räume der Kunstinitiative „Wurzeln und Flügel e.V.“ zur Verfügung.

  • Papier Partout

Wurzeln und Flügel e.V.
    Neusser Mosaike: Kunst aus Papier : Führung durch Schloss Reuschenberg

„Papier Partout“ heißt die aktuelle Ausstellung, durch die die 32 Teilnehmer der Tourenreihe „Neusser Mosaike“ geführt wurden. Am bekanntesten dürfte im Neusser Raum die im Oktober vergangenen Jahres im Alter von 82 Jahren verstorbene Anne Behrens sein, eine Virtuosin im Umgang mit Papier und Schere. „Anne Behrens hat die Ausstellung noch mit vorbereitet und sich so sehr darauf gefreut“, sagte die Schlossbesitzerin. Petra Ehlert, Jahrgang 1949, lebt und arbeitet in Düsseldorf und stellte am Samstag ihre Arbeiten selber vor. „Ich arbeite seit 31 Jahren ausschließlich mit Papier, das ich nicht schneide, sondern reiße“, erklärte die Künstlerin. Die Bildhauerin zeichnet auch nichts vor, ihre Werke sind von mehr oder weniger ausgeprägter Plastizität im wahrsten Sinne des Wortes. Egal, ob kleine figürliche Arbeiten oder Großformate: Die Teilnehmer der Führung staunten, was Petra Ehlert aus einfachem Papier zu kreieren in der Lage ist. Bewundert wurden auch die Werke von Andreas My aus Köln. Der Künstler zaubert aus Pappkartons Skulpturen mit organischen Formen.

Sie bestehen aus feinen Pappfäden, die verklebt wurden und mit ihrer Transparenz und Zerbrechlichkeit überzeugen. Auf den Standpunkt kommt es an, ob beziehungsweise wie viel man auf den Präge-Bildern von Simon Schubert sieht. Je nachdem, von welcher Perspektive aus man seine Werke betrachtet, werden – oft sakrale – Räume voller Details erkennbar. „Diese Ausstellung haben schon über 1000 Besucher gesehen“, sagte Beate Düsterberg-Eissing. Schlossherr Heinz Eissing beantwortete auch Fragen zum Schloss: „Es stammt im Kern aus dem Jahre 1834 und ist vor dem Zweiten Weltkrieg einmal ausgebrannt.“ Das Gebäude hat rund 450 Quadratmeter Wohnfläche.