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Neuss: Neue Psychiatrie wird eröffnet

Neuss : Neue Psychiatrie wird eröffnet

Ein 55 Millionen Euro teurer Neubau an der Nordkanalallee führt die Krankenhäuser St. Alexius und St. Josef zu einem "Zentrum für seelische Gesundheit" zusammen. Kardinal Meisner kommt am Mittwoch zur Einweihung.

Die Betreuung psychisch Kranker hat in Neuss Tradition. Mehr als 500 Jahre wirken die Alexianerbrüder in der Stadt. Die Augustinerinnen erwarben bereits 1858 das "Gütchen". Dort, auf dem dreieckigen Grundstück, das Nordkanalallee, Selikumer- und Augustinusstraße bilden, wurde eine der modernsten Psychiatrien Deutschlands errichtet. Mit einem Investitionsvolumen von 55 Millionen Euro entstand ein Neubau, in dem die früheren Krankenhäuser St. Alexius und St. Josef unter einem Dach zusammengeführt werden. Das neue "Zentrum für seelische Gesundheit" wird Mittwoch von Kardinal Meisner eingeweiht; am Samstag sind Besucher bei einem Tag der offenen Tür willkommen.

Bauherr dieses Großprojektes sind die St. Augustinus-Kliniken, mit insgesamt 4200 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber mit Sitz in Neuss. Die Orden der Neusser Augustinerinnen und Alexianerbrüder brachten 2004 ihre Einrichtungen in das gemeinsame Unternehmen, die St. Augustinus-Kliniken, ein. Ziel war von Anfang an, die bestehenden Krankenhäuser St. Alexius und St. Josef, deren Gebäude beiderseits des Nordkanals in die Jahre gekommen waren, mit einem modernen Neubau zukunftsfähig zu machen. Doch ehe die Architekten ihre Arbeit aufnahmen, schrieb das Leitungsteam um den Ärztlichen Direktor Dr. Martin Köhne (53) ein neues Konzept: "Es geht um eine zeitgemäße, humane Psychiatrie, die nichts mehr mit dem Stigma von der Heilanstalt zu tun hat."

Seit 2008 wird an der Nordkanalallee gebaut. Entstanden ist ein moderner Gebäude-Komplex mit rund 13 500 Quadratmetern Nutzfläche. Die Pläne der Architekten-Partnerschaft Sander Hofrichter aus Ludwigshafen verknüpften "wunderbar" (Köhne) den Alt- und Neubau. Wer das 355-Betten-Haus über den Haupteingang an der Nordkanalallee betritt, der steht in einem großzügigen Foyer, das einer Hotel-Lobby gleicht. "Psyche und Ambiente gehören zusammen", sagt Köhne, "so wie ein gutes Arbeitsumfeld die Beschäftigten zu guten Leistungen beflügeln kann, so wirkt sich auch ein modernes Krankenhaus positiv auf Patienten, Ärzte, Mitarbeiter und Besucher aus." Als das Grobkonzept vorlag, so Köhne, sei im Haus die Planung eines jeden Zimmers durchgesprochen worden. Am Ende steht Qualität inklusive Wellness-Angebote – nicht nur auf der Privatstation.

Übers Jahr werden in dem Krankenhaus 6000 Patienten stationär und 10 000 ambulant behandelt. Tendenz steigend. "Bei uns steht selten ein Bett leer", sagt Köhne. Belastungen am Arbeitsplatz und eine hektische Welt ohne Ruhepausen machen Menschen krank.

(NGZ)