1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: Neue Pläne für 40 Hektar Fläche

Neuss : Neue Pläne für 40 Hektar Fläche

Der Planungsausschuss befasste sich mit einer Reihe von Bauprojekten, die in der Summe 755 neue Wohnungen schaffen werden. Am weitesten gediehen ist das Bauvereins-Vorhaben auf dem Gelände des Kamillianer-Klosters.

Nur ein Besucher auf der Zuschauertribüne des Ratssaales war gestern Abend Zeuge, wie der Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung Beschlüsse fasste, die in der Summe Neuss verändern aber auch hunderte neuer Wohnungen schaffen werden. 755, um genau zu sein. Und wie das Gremium unter dem Vorsitz von Karl-Heinz Baum 40 Hektar neu be- oder überplante. Exakt 399 875 Quadratmeter.

Der Abend der Superlative begann mit der Diskussion über ein Möbelhaus der Superlative. 46 000 Quadratmeter Verkaufsfläche soll es haben, auf elf Hektar Fläche im Hammfeld gebaut werden und über 80 Millionen Euro kosten.

Mitte Juli erst war der Beschluss gefasst worden, einen Bebauungsplan dafür aufzustellen, gestern lag er vor — alle Gutachten inklusive. Grundsätzlich werde das Höffner-Möbelhaus wegen seiner Randsortimente, die auch von 23 Händlern in der Innenstadt geführt werden, Auswirkungen auf die City haben, heißt es im Ergebnis einer Wirkungsanalyse, die einen Umsatzrückgang in Größenordnung von fast einer Million Euro jährlich für die Innenstadt prognostiziert.

Aber das werde deren Leistungsfähigkeit nicht beeinträchtigen. "Glatt gebügelt" nannte Ingeborg Arndt (Grüne) die Darstellung zu diesen und anderen kritisch angemerkten Themen, doch die Koalition widersprach und beschloss die öffentliche Auslegung. Der nächste Schritt wäre der Satzungsbeschluss, der Baurecht schafft. Ein Baubeginn im Frühjahr 2014 ist damit weiter in Reichweite.

Auf den Weg gebracht wurde gestern der Bebauungsplan für das Gelände des ehemaligen St.-Alexius-Krankenhauses. Der städtebauliche Entwurf für ein neues Wohnquartier auf 14,2 Hektar Fläche, der aus einem Architektenwettbewerb resultierte und seit einem Jahr vorliegt, war in der Zwischenzeit noch einmal überarbeitet und "behutsam nachverdichtet worden".

Jetzt sprechen die Planer von 450 statt der ursprünglichen 400 Wohneinheiten. Ein Investor, mit dem die Stadt über Details wie etwa Barrierefreiheit oder energetische Konzepte verhandeln könnte, ist noch nicht im Boot. Ihm wird die Verwaltung aber mit der dringenden Bitte gegenübertreten, innenstadtnah für einen, wie es Ingrid Schäfer (CDU) nannte, gesunden Wohnungsmix zu sorgen. Mit einer noch fest zu legenden Zahl öffentlich geförderter Wohnungen.

Der Plan der GWG, auf dem ehemaligen Gelände des Dreikönigenkindergartens an der Weberstraße eine neue Kita und dazu ein Mehrfamilienhaus mit 22 Wohnungen zu bauen, ist eine Runde weiter. Der Bebauungsplan steht, fand nur bei den Grünen keine Zustimmung. Gebilligt wurden die Pläne des Bauvereins für das Wohnquartier Hülchrather Straße in Weckhoven, wo vier Wohnblöcke einer Bebauung mit 22 Einfamilienhäusern und 175 Wohnungen im Etagenwohnungsbau weichen sollen. Der Bebauungsplan für die fünf Hektar Quartiersfläche kann jetzt erarbeitet werden.

Am weitesten von allen gestern diskutierten Projekten sind die Pläne für das Kamillianergelände mit neun Hektar Größe. Dort hat der Bauverein nun Baurecht und kann 14 Ein- und fünf Mehrfamilienhäuser mit 29 Wohnungen errichten. Durch sind auch die Pläne, gleich nebenan aus privatem Gartenland der Anlieger am Glehner Weg ein Quartier mit noch einmal 43 Wohneinheiten zu schaffen.

(NGZ)