Neuss: Neue Kunst ziert die Stadt

Neuss: Neue Kunst ziert die Stadt

Dem Clemens-Sels-Museum werden wichtige Werke geschenkt oder als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. Zudem ist in der Stadt nun eine Balkenhol-Skulptur zu sehen. Und Shakespeare macht auch Kindern Spaß.

Das Jahr fängt gut an. Das Clemens-Sels-Museum, 2016 scheinbar noch zurückgeworfen durch die Ablehnung der Jugendstil-Sammlung im Rat der Stadt, schaut nach vorn und etabliert eine neue Reihe, die im Laufe des Jahres zum großen Erfolg wird und vor allem junge Menschen ins Haus am Obertor holt: "Unterricht am Original". Eine kombinierte Vermittlung von Kunst an Schüler im Museum und in ihren Klassenräumen (4. Januar).

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Auch im Rathaus tut sich was. Die Reihe "Kunst im Dezernentenflur" wird nicht nur wieder neu aufgelegt, sondern räumlich erweitert zu "Kunst im Rathaus". Denn Bürgermeister Reiner Breuer stellt sein Büro, genauer: die Wände, zur Verfügung, wird etwa zweimal im Jahr Neusser Künstlern ein Forum bieten. Jennifer Lopez Ayala, Mitbegründerin der Galerie Studio Bronx, ist die erste, die dort ihre Arbeiten zeigen kann (12. Mai). Nach der Langzeit-Ausstellung mit den Werken von Josef Neuhaus gibt es auf dem Dezernentenflur wieder neue Bilder zu sehen: Szenenfotos von RLT-Inszenierungen, fotografiert von Björn Hickmann (9. Januar).

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Das Clemens-Sels-Museum wertet seinen Bestand auf. Der Sohn des Malers Heinrich Campendonk, Herbert, hat mit seiner Frau Wilma dem Museum zwei Hinterglasbilder des Vaters vermacht: "Das Märchen" (um 1921 entstanden) und "Der Kopf/Lebenserinnerung" (um 1946/47). Der Wert der Schenkung beträgt rund 550.000 Euro (7. April). Ein Wermutstropfen: Nur wenige Tage zuvor muss die private Jugendstil-Sammlung aus Wiesbaden endgültig verloren gegeben werden. Sie geht ins Landesmuseum Wiesbaden (30. März).

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Shakespeare für Kinder - der erste Kindertag, den das Team um Programmchef Rainer Wiertz beim Shakespeare-Festival organisiert, ist schon so früh ausverkauft, dass es prompt erboste Reaktionen von Eltern gibt. Von morgens bis abends sind das Globe und die Wetthalle fest in Kinderhand. Das "Education"-Team unter Vanessa Schormann hat sich Programmpunkte ausgedacht, die die jungen Teilnehmer begeistern und in die Theaterwelt des Elisabethaners entführen (28. Juni).

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Die Abwicklung der WestLB AG reicht bis nach Neuss. Zumindest, was die Kunst betrifft. Eine Collage von Max Ernst und eine Kohle-Arbeit von Fernando Botero gehören zu jenen Werken, die Nachfolger Portigon mit der von der WestLB angelegten Kunstsammlung übernommen hat. Von den 400 Kunstwerken hat Portigon mehr als 250 verkauft - unter anderem die beiden genannten Arbeiten an die Kunstsammlung NRW. Diese wiederum stellt die grafischen Blätter, "C'est déja la 22ème fois que Lohengrin ..." von Max Ernst (1920) und das titellose, 1968 entstandene Bild von Botero, als Dauerleihgaben dem Clemens-Sels-Museum zur Verfügung (2. August).

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Neuss ist um ein großes Werk öffentlicher Kunst reicher. Der renommierte Bildhauer Stephan Balkenhol hat den "Mann mit Rose" geschaffen, der vor der neuen Psychiatrie der St.-Augustinus-Kliniken steht. Sponsoren haben geholfen, die "Bestellung" der Augustinus-Kliniken zu finanzieren. Vier Meter hoch ist die Skulptur, die zwar auf privatem Gelände steht, aber auch von der Nordkanalallee aus nicht zu übersehen ist. Damit ist die Stadt zudem die einzige im Rheinland, die eine Balkenhol-Skuptur in aller Öffentlichkeit präsentieren kann (18. August).

(hbm)