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Neuss: Neue Ideen für RLT-Bistro

Neuss : Neue Ideen für RLT-Bistro

RLT-Intendantin Bettina Jahnke missfällt der Leerstand im Kopfteil des Theaterbaus, nachdem das Bistro "Loge" den Betrieb aufgegeben hat. Sie setzt sich vor allem für eine neue Nutzung der zwei Etagen ein.

Irgendwann hat es ihr gereicht. Ständig an den hohen Fenstern vorbeizugehen, die auf den ersten Blick offenbarten, dass das Bistro im Kopf des RLT-Baus an der Oberstraße wieder einmal leersteht — das ist nicht nur der Theaterchefin Bettina Jahnke gegen den Strich gegangen, sondern ihrem kompletten Team. Also hat es zunächst Abhilfe geschaffen und die Fenster mit großformatigen Szenenfotos dekoriert. Das mindert zwar den deprimierenden Anblick der verlassenen Gastronomie, aber ändert die Situation nicht.

Und die, so sagt es Bettina Jahnke, ist eindeutig: "Ein vom Theater unabhängiges Lokal funktioniert dort nicht. Die Location ist in der Gastronomie verbrannt." Sie kann sich höchstens vorstellen, dass ein Gastronom dort ein zusätzliches "halbes Standbein" etablieren kann, wenn er mit dem Theater kooperiere, weil die Gäste kämen, wenn im Theater etwas los sei. "Es muss sichtbar sein, dass das Ganze zu uns gehört." Die Öffnung des unteren Bereichs zum RTL-Eingang hin gehört für sie dann zwangsläufig dazu.

Für eine derartige Lösung aber müsste ein Interessent schon einen langen Atem haben und sein eigentliches Geld woanders verdienen. Deswegen hat Jahnke eine Alternative parat, für die die über zwei Etagen laufende Immobilie aufteilt wird in ein "Unten" und ein "Oben". Den unteren Teil, wo jetzt noch die Bar steht, würde Jahnke gerne in den Kassenraum des RLT integrieren. "Für einen besseren Besucherservice, auch mit einem kleinen Theatercafe, um unsere derzeitige unsägliche Kassensituation zu beenden." Einen offenen Tresenbereich wünscht sie sich, an dem die Besucher sich nicht wie jetzt nur durchs Glas mit der Kassenmitarbeiterin unterhalten, sondern auch Platz für "richtige Beratungsgespräche" ist.

Jahnke sieht kein Problem darin, die beiden Bistro-Etagen in eigenständige Einheiten aufzuteilen. "Für die Vermietung der oberen Etage ist vieles denkbar", sagt sie, "Büros, eine Physiotherapie-Praxis ein Kindertanzstudio — es kann auch etwas Artfremdes zu unserer Arbeit sein, muss sich ja nicht gerade um ein Frisörsalon oder ein Schuhgeschäft handeln." Dass das alles nur für viel Geld zu haben ist, weiß sie genau. Aber: "Es muss doch möglich sein, dass alle Beteiligten sich zusammenschließen und Geld in die Hand nehmen", sagt sie und meint damit die Stadt als Mieter, den Bauverein als Immobilienbesitzer, aber auch den Förderverein des Theaters, setzt zudem auf Sponsoring. Und sich selbst und ihr Team nimmt sie auch nicht aus: "Wir sind sofort mit Eigenleistung dabei." Allein finanzieren aber, das stehe fest, könne das Theater diese Pläne nicht.

(NGZ/ac)