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Neuss: Neue Ideen für den Meererhof

Neuss : Neue Ideen für den Meererhof

Der langjährige CDU-Planungspolitiker Heinz Hick entwirft mit seiner neuen Gesellschaft "Expert's" Vorschläge für den Meererhof. "Veränderungen sind möglich." Eine Idee: ein Teilaufbau des alten Neumarktes.

Die Anwohner wehren sich: "Von einer ,Bausünde' kann keine Rede sein", sagt die Gruppe um den engagierten Heinrich Mohren. "Hier lässt es sich ganz hervorragend wohnen, ruhig, innenstadtnah und mit einem guten Wohnkomfort." Dennoch ist der Meererhof im Fokus. Er gilt für viele Neusser architektonisch als misslungen, die Nahtstelle zwischen Hauptstraßenzug und Hafen wird weniger frequentiert als es sich die Handelnden in den 1960er-Jahren vorgestellt haben.

Einer, der damals politisch mitentschieden hat und heute zu denen gehört, die über Veränderungen nachdenken, ist Heinz Hick. Der langjährige, ehemalige CDU-Ratsherr hat mit "Expert's" zusammen mit Karl-Josef Matheisen eine Gesellschaft für Mehrwert-Entwicklung bei Grundstücken und Immobilien gegründet und Ideen für einen "neuen" Meererhof entwickelt. Alles müsse auf den Prüfstand, um zu machbaren, finanzierbaren Ergebnissen zu kommen.

In diese Richtung zielte Anfang des Jahren bereits der Vorstoß der Studenten der Peter-Behrens-Fachhochschule Düsseldorf. Der langjährige Planungspolitiker Hick, der sich heute als "Berater" versteht und um die Hindernisse angesichts von schwierigen Eigentumsverhältnissen in dem Quartier weiß, sieht in den Verkehrswegen einen wichtigen und machbaren Lösungsansatz: "Der Autoverkehr über den Gockhammer ist nicht dramatisch und kein großer Störfaktor — aber ist er erforderlich? Nein, die Parkhäuser Kaufhof und Meererhof können unschwer von der anderen Seite angefahren werden." Er ist für einen Glockhammer als reine Anwohner- und Anlieferungsstraße. Ferner könnte das Parkhaus Meererhof und damit der Meererhof selbst durch zeitlich begrenztes kostenloses Parken für die Öffentlichkeit interessant werden. "Ein Gedanke: Der Meererhof als Edel-Second-Hand-Zentrum oder Flohmarkt an festen Tagen in der Woche. Warum nicht?"

Neben verkehrlichen Veränderungen sieht "Expert's"-Chef Hick vor allem in den "nicht bewohnten" Bereich des Meererhofs einen Handlungsansatz. Die fußläufigen und gestaltbaren Flächen seien zu groß, sagt er. Er nennt als Beispiel die enge Böttcherstraße in Bremen, wo mit historischen Vorbauten, kleinen Edelkiosken und Mini-Läden "ein völlig neues Ambiente geschaffen wurde". Auf Neuss übertragen, sagt Hick: "Enge, verwinkelte Bauteile, unter Verwendung historischer Elemente, die an ,Alt-Neuss' oder den ehemaligen Neumarkt erinnern." Überdachungen, wo immer möglich, insbesondere auf dem langen Weg von der Niederstraße entlang zum Meererhof.

(NGZ)