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Neuss: Neue Einkaufsmeile vor der City

Neuss : Neue Einkaufsmeile vor der City

Der Essener Dieter Blase, Projektentwickler des Masterplanverfahrens, schlägt eine neue Einkaufsmeile mit Outlet an der Hammer Landstraße zwischen Rennbahn und Rheinpark Center vor. Der Innenstadthandel ist strikt dagegen.

An der Hammer Landstraße entsteht eine Einkaufsmeile. Das Hafenbecken I, wo zurzeit eine schmucke Treppenanlage gebaut wird, wird aufgestaut. Von der Düsseldorfer Straße aus führt eine Brücke direkt auf das Gelände zwischen den Hafenbecken II und III. Geht es nach Dieter Blase, Projektentwickler im Masterplanverfahren, sind dies Ideen, um Neuss im Innenstadtbereich weiterzuentwickeln. Diese und andere Vorschläge wird Blase in der zweiten Sitzung der Lenkungsgruppe im September einbringen.

Eins ist schon jetzt klar: Es sind Vorschläge, die auf kräftigen Widerstand stoßen werden. Die deutlichste Ablehnung kommt aus dem Rathaus. Bürgermeister Herbert Napp sagt auf Nachfrage unserer Zeitung: "Ich betone, dass die Stadtverwaltung mit diesen Plänen rein gar nichts zu tun hat." Napp, der ein erklärter Gegner des Masterplanverfahrens ist, wird noch deutlicher: "Auch wenn es sicherlich nur erste Ideen sind – aber die gehören in die Tonne gekloppt." Napp hatte schon vor Wochen die Mitarbeit der Verwaltung in dem Verfahren eingestellt.

Projektentwickler Blase (Essen) schlägt vor:

Einkaufsmeile Die Hammer Landstraße soll zu einer hochwertig gestalteten Allee aufgewertet werden. Das Rheinpark Center könnte sich "mit zusätzlichen Handelsfunktionen" weiter profilieren. Blase spricht von Outlet (Lagerverkäufe). Auch das Thema "Wohnen" soll geprüft werden.

"Einen Lagerverkauf in die Nähe einer Innenstadt zu platzieren, kann nicht richtig sein", sagt Christoph Napp-Saarbourg, Vorsitzender der Händlergemeinschaft ZIN. "Uns würde eine Ausweitung der Handelsflächen sehr treffen."

Hafenbecken I Das Becken soll aufgestaut und ein für Autos befahrbarer Damm als Querung auf der Hafenmole angelegt werden. Die Straßenbahn soll ins Hammfeld verlängert werden.

"Dann wäre eine Anlieferung von Firmen wie Thywissen nicht mehr möglich", sagt Napp.

Hafenbecken II/III Die Hansastraße, bisher eine Sackgasse, soll nach Blase-Idee über den Rhein auf die andere Straßenseite führen. Damit wird die Batteriestraße entlastet. Auch dies könnte die Hafenanrainer berühren.

CDU-Fraktionsvorsitzender Karl Heinz Baum: "Die Planungen können sich nicht gegen Interessen der Hafenunternehmen richten, das ist doch klar." Er spricht sich ebenso wie Fraktionsvize Jörg Geerlings MdL gegen "Denkverbote" aus. Geerlings sieht keinen Bedarf an weiteren Einzelhandelsflächen.

(NGZ/rl)