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Neuss: Neubau der Leichtathletik-Arena startet

Neuss : Neubau der Leichtathletik-Arena startet

1,5 Millionen Euro investiert die Stadt in die Umgestaltung der Ludwig-Wolker-Sportanlage. Dort soll ein Zentrum für Leichtathletik entstehen. Die Sportler halten das für überfällig - denn Neuss hinkt bei modernen Anlagen hinterher.

In zwei Wochen sollen die Bauarbeiten starten, gestern war jedoch bereits der erste Spatenstich: Auf der Ludwig-Wolker-Sportanlage entsteht in den kommenden Monaten ein modernes Leichtathletik-Zentrum, unter anderem mit Weit- und Hochsprunganlagen, einem Kugelstoßplatz und einer Kunststofflaufbahn - der ersten auf Neusser Stadtgebiet.

"Die Modernisierung ist überfällig", sagt Guido Kluth, Vorsitzender der DJK Rheinkraft. Denn was Kunststofflaufbahnen angeht, hinkt Neuss mächtig hinterher: "Wir sind die vorletzte Stadt in NRW ohne eine solche Bahn", sagt Kluth. Landesweit wird künftig nur noch in Mülheim an der Ruhr - die Stadt ist hoch verschuldet und in der Haushaltssicherung - auf Asche trainiert. Größtes Hemmnis in Neuss waren bislang die Kosten. Deswegen hat sich die Stadt entschieden, die Leichtathletik-Aktivitäten an einem Standort zu konzentrieren - schließlich kostet die neue Anlage rund 1,5 Millionen Euro.

"Wir können nicht mit der Gießkanne Gelder ausschütten, wohl aber die Mittel zusammennehmen und einen Standort gezielt fördern", sagt Sportdezernent Stefan Hahn, der gestern mit einer großen Gruppe - darunter Bürgermeister Herbert Napp, Sportreferent Uwe Talke sowie Vertretern der Stadtplanung und der DJK Rheinkraft - den ersten Spatenstich vollführte. Umgebaut wird die Anlage bis 2015, Neueröffnung soll im Mai oder Juni des kommenden Jahres sein.

Vor allem für die Läufer wird die neue Anlage viel zu bieten haben: Nicht nur die 400-Meter-Kunststoffbahn wird gebaut, die sich vor der Haupttribüne von sechs auf acht Laufbahnen verbreitert, sondern auch zwei weitere Strecken. So entsteht eine "Auf und ab"-Bahn, die es den Leichtathleten abseits der Rennstrecke ermöglichen soll, Steigungsläufe zu trainieren. Um die Anlage herum wird zudem eine "Finnenbahn" geführt, bei der die Sportler 800 Meter auf einer mit Holzhäckseln belegten Strecke zurücklegen. "Darauf haben die Sportler das Gefühl, als würden sie im Wald laufen", erläutert Norbert Seeger von dem Willicher Landschaftsarchitekten-Büro Mueller und Partner, das die Planung der neuen Anlage übernommen hat und auch die Umsetzung begleitet. Als Ziel hat Seeger ausgegeben, noch in diesem Jahr den Asphalt auf der neuen Kunststoffbahn zu verlegen. "Dort können die Leichtathleten dann schon trainieren", sagt der Ingenieur. Voraussetzung für die Umsetzung sei, dass das Wetter mitspielt.

Nicht im Bau enthalten ist die Überdachung der Tribüne. "Die Stufen sind eingeplant, aber das Dach müsste extra finanziert werden", sagt Sportdezernent Hahn. Er erstattet über den Fortgang der Arbeiten im Sportausschuss Bericht - und möchte dort im September auch die Kosten für eine Überdachung vorlegen. Unterdessen muss geklärt werden, wie die Sportvereine die Nutzung der neuen Anlage aufteilen und ob das Sportamt die Koordinierung der Trainingszeiten übernimmt. Hauptnutzer bleibt die DJK Rheinkraft. 200 Leichtathleten trainieren in dem Verein - "und alle freuen sich auf die neue Anlage", sagt Guido Kluth.

(NGZ)