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Netzwerk "Neuss für alle" arbeitet an Fotobuch zur Barrierefreiheit

Aktionstag in Neuss : Ein Fotobuch für den Bürgermeister

Mit den Schlussfolgerungen aus dem Verkehrsversuch hat die Politik nach Ansicht von Petra Nöhre eine Chance vertan. „Ihr müsst uns Behinderte nicht immer aus der Tasche holen, wenn es um Eure Bequemlichkeit geht“, sagt die Behindertenbeauftragte des Sozialverbandes VdK in Richtung der Entscheider.

Echte Verbesserungen sähen nämlich anders aus als die jetzt getroffenen Anschlussregelungen für die Sebastianusstraße, sagt sie und erhält Zustimmung aus dem Netzwerk „Neuss für alle“.

Das nimmt zum europaweiten Aktions- und Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen das Thema Barrierefreiheit in seiner ganzen Bandbreite in den Blick und startet einen eigenen Wettbewerb. Gesucht werden Positiv- und Negativbeispiele für Barrierefreiheit, die – fotografiert und mit Ort und Datum versehen – bis zum 23. April als Mail an die Adresse neuss@paritaet-nrw.org geschickt werden sollen. Daraus entstehe dann ein Fotobuch, berichtet Barbara Shahbaz vom Verband „Der Paritätische“, der die Federführung hat. Diese Zusammenstellung soll Bürgermeister Reiner Breuer, zugleich Schirmherr eines Aktionstages am Samstag, 30. April, bei dieser Gelegenheit vor dem Rathaus übergeben werden.

An diesem Tag will das Bündnis „Neuss für alle“ mit einem bunten, von der Aktion Mensch geförderten Programm auf die Barrieren aufmerksam machen, auf die Menschen mit Behinderungen auf der Straße, beim Wohnen, am Arbeitsplatz oder auch in der digitalen Welt stoßen. „Wir wünschen uns, dass beim Thema digitale Teilhabe auch an Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen gedacht wird, für die Lesen und Schreiben oft schwierig ist“, sagt Sarah Dawid von der Koordinierungs-, Kontakt und Beratungsstelle (KoKoBe) beim Rhein-Kreis.

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Eine echte Hilfe für Meschen mit Behinderung sind nach Ansicht von Mirjam Lenzen, der Inklusionsbeauftragten der Stadt, Texte in leichter Sprache. 80 davon gibt es schon auf der Internetseite der Stadt und die VHS mache sich jetzt auch auf den Weg. Zum Aktionstag wird sie Broschüren in leichter Sprache zur Landtagswahl mitbringen, bis zum Jahresende soll eine weitere mit allen Ansprechpartnern und Hilfsangeboten für diesen Personenkreis vorliegen.

Auf Menschen mit einer psychischen Behinderung will Annette Knyrim von der Diakonie hinweisen. Denn gerade sie stießen auf Barrieren, „die oft unsichtbar sind“ und durch Ausgrenzung und Stigmatisierung mitverursacht sind.

Zum Aktionstag gibt es von 11 bis 14 Uhr aber nicht nur Informationen, sondern auch viele Mitmachangebote. Und wer sich seine Umlaufkarte an allen Stationen abstempeln lässt, geht mit einer bunten Collage der Vielfalt in Händen heim.