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Neuss: Napp will Grünflächenamt privatisieren

Neuss : Napp will Grünflächenamt privatisieren

Tausend Hektar, zehn Prozent des gesamten Stadtgebietes, sind kommunale Grün-und Erholungsflächen. Dazu zählen 330 öffentliche Anlagen (Parks), 11 000 Straßenbäume, 220 Kinderspielplätze, 14 Friedhöfe, 100 Kilometer Wanderwege oder 250 Hektar Wald.

Für die Pflege und Reinigung sorgt das Rathaus — doch hier beginnt die Sache, unübersichtlich zu werden: Das Grünflächenamt pflegt Pflanzen und Beete, die AWL reinigt. In anderen Fällen ist die Bäder GmbH zuständig oder das Tiefbauamt.

Damit soll künftig Schluss sein. Das sagt zumindest Bürgermeister Herbert Napp, der (fast) alle kommunalen Aufgaben, "die was mit Grün zu tun haben" bündeln und vor allem privatisieren will. Eine von mehreren Möglichkeiten: eine "Anstalt öffentlichen Rechts" (AöR), die sich aus einer Hand um die städtischen Grünflächen kümmert. Aber auch eine Verschmelzung mit der AWL sei denkbar.

Bürgermeister Herbert Napp kündigt einen Vorschlag der Verwaltung an. Der Privatisierungsprozess wird begleitet von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young, "die kurz vor dem Start steht". Vor allem Schnittstellen im Grünbereich sollen untersucht werden. Am Ende könnten, so hat Herbert Napp hochgerechnet, Synergieeffekte in Höhe von rund einer Millionen Euro stehen. Das Thema könne im Rahmen der Haushaltsberatungen vom Stadtrat und seinen Gremien diskutiert werden. Wichtig sei, so Napp, dass am Ende auch konkrete Beschlüsse zur Umsetzung angekoppelt werden. Ein Projekt, dass schwierig werden könne, sich aber letztlich auszahlen werde.

Neuss ist 99,5 Quadratkilometer groß. 17 Prozent des Stadtgebietes sind Grünflächen; zehn Prozent davon — also zehn Quadratkilometer — sind im städtischen Eigentum. Mit mehr als der Hälfte machen die Bereiche Forst sowie Park- und Gartenanlagen den größten Flächenanteil aus. Biotope und Ausgleichsflächen sind mit zwei Prozent vertreten. Es fällt auf, dass Sportstätten (12 Prozent; Mittelwert 9,35) und Kleingärten (11 Prozent; Mittelwert 1,75) deutlich über dem Durchschnitt aus dem interkommunalen Vergleich mit anderen Städten liegen.

Die Selbständigkeit des Friedhofsamtes will Napp indes nicht antasten. Der Grund: Es wird betriebswirtschaftlich so erfolgreich geführt, "dass es sogar am Cash-Management der Stadt teilnimmt".

(NGZ/rl)