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Neuss: Napp hört nicht vorzeitig auf

Neuss : Napp hört nicht vorzeitig auf

Ziel der neuen Landesregierung ist es, Bürgermeister- und Ratswahl wieder zu synchronisieren. Daher soll Rathaus-Chefs erleichtert werden, den Weg schon 2014 frei zu machen. Napp lehnt "parteipolitische Spielchen" ab.

Herbert Napp (65) hat kategorisch ausgeschlossen, dass er für eine weitere Amtszeit über 2015 hinaus zur Verfügung steht. Ebenso energisch weist er auch Überlegungen zurück, er könne sich vorzeitig aus dem Chefsessel im Rathaus zurückziehen. "Ich bin als von den Neussern gewählter Bürgermeister eine Verpflichtung von sechs Jahren eingegangen", sagte Napp gestern auf Anfrage, "die halte ich ein. Meine Amtszeit endet 2015. Nicht früher. Nicht später." Er werde sich an "parteipolitischen Spielchen", von welcher Couleur auch immer angezettelt, nicht beteiligen.

Der Neusser Bürgermeister reagierte mit seinem Statement auf den in dieser Woche verabschiedeten Koalitionsvertrag. Die rot-grüne Landesregierung strebt danach an, die Bürgermeister- und Ratswahl zu synchronisieren und wieder an einem Tag stattfinden zu lassen. Das soll spätestens 2020 der Fall sein. Bis zum Jahr 2015 gewählten (Ober- ) Bürgermeistern und Landräten, die dann ihre Laufbahn beenden wollen, soll ein vorzeitiger Rückzug 2014 ermöglicht werden, ohne dass ihnen Nachteile bei der Ruhegeldregelung entstehen.

Der Neusser Landtagsabgeordnete Reiner Breuer (43, SPD) bestätigte, dass ein entsprechender Prüfauftrag mit dem Koalitionsvertrag verbunden worden sei: "Unser Ziel ist es, dass die Wahlperioden von Bürgermeister und Rat so schnell wie möglich wieder synchronisiert werden." Breuer war als (Noch-) Mitarbeiter der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) maßgeblich an der Erarbeitung von Vorschlägen zur Reform der NRW-Gemeindeordnung beteiligt, die in den Koalitionsverhandlungen einflossen.

Breuer begrüßt die Ergebnisse der rot-grünen Verhandlungen, lässt aber offen, ob er erneut als Bürgermeister-Kandidat der SPD in Neuss antritt. Er sei frischgebackener Landtagsabgeordneter und freue sich auf die Arbeit. Zu allen anderen Fragen äußere er sich, wenn es "an der Zeit ist". Breuer war Herbert Napp 2009 unterlegen, hatte den Bürgermeister aber deutlich unter die 50-Prozent-Marke gedrückt. Auch in den anderen Parteien halten sich mögliche Bürgermeister-Bewerber zurück. CDU-Kronprinz Jörg Geerlings (39) analysiert noch seine schmerzlichen Wahlniederlage vom 13. Mai. Bei der FDP wird Senkrechtstarter Hermann-Josef Verfürth (63) hoch gehandelt. Der drängelt nicht: "Das entscheiden die Parteigremien."

(NGZ)