Serie Neuss Und Seine Stadtteile: Napoleons Wasserkreuzung ist die neue Neusser Sehenswürdigkeit

Serie Neuss Und Seine Stadtteile : Napoleons Wasserkreuzung ist die neue Neusser Sehenswürdigkeit

Das Epanchoir wird am 28. April offiziell in Betrieb genommen. An der Rekonstruktion des technischen Denkmals an der Nordkanalallee, Ecke Selikumer Straße, wurde zweieinhalb Jahre gearbeitet.

Neuss Das Epanchoir, ein technisches Denkmal aus napoleonischer Zeit, verlängert die Liste der Neusser Sehenswürdigkeiten. Die 1,3 Millionen Euro teure Rekonstruktion dieser seltenen Wasserkreuzung, die Nordkanal und Obererft verbindet, ist nach zweihalbjähriger Bauzeit fertig. Die offizielle Inbetriebnahme erfolgt am 28. April um 13 Uhr durch Bürgermeister Reiner Breuer. "Wir haben es geschafft", sagt Klaus Karl Kaster, "und es hat sich gelohnt. Die Anlage ist sehenswert." Vor allem: Sie zeigt, wie die Wasserkreuzung funktionierte.

Der Förderverein, dessen stellvertretender Vorsitzender Kaster ist, hat das Projekt von der Idee bis zur Realisierung intensiv begleitet. Zur Epanchoir-Konzeption gehört ein umfangreiches Informationssystem mit der "Info-Box" (Trafohäuschen) als Zentrum. Die Arbeiten sind nahezu abgeschlossen. Nur einige Schrifttafeln und -stelen müssen noch aufgestellt werden.

Wer mag, der kann diese Wasserkreuzung auch im übertragenen Sinne als eine Weiche deuten: Sie verknüpft an der Nordkanalallee, Ecke Selikumer Straße, das alte Augustinusviertel mit dem neuen Wohnquartier Meertal. Vom Obertor weitet sich der innerstädtische, urbane Bereich in südöstliche Richtung aus. Rund 3000 Menschen wohnen bereits im Meertal. Weitere Neubaugebiete werden schon bald aufgeschlossen: das frühere Areal des St.-Alexius-Klosters und Krankenhauses, die Sauerkraut-Fabrik und das so genannte Eternit-Gelände, wo heute die Firma Essertec Lichtkuppeln produziert.

Mit der Fertigstellung des Epanchoirs enden aber längst nicht die Bauarbeiten an diesem Verkehrsknotenpunkt. Der hundert Jahre alte Abwasserkanal muss saniert werden. Experten erwarten, dass die Arbeiten noch rund zwei Jahre in Anspruch nehmen werden. "Aber wir haben unseren Beitrag erledigt", sagt Klaus Karl Kaster stolz.

(-lue)
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