Nahverkehr im Rhein-Kreis Neuss auf dem Prüfstand

Kreistag will zu Jahresbeginn Strategien für den Rhein-Kreis Neuss entwickeln: Bus und Bahn bald besser vernetzt

Der Kreistag gibt grünes Licht für die Fortschreibung des Nahverkehrsplans. Doch weitere Schritte sind nötig.

In einem sind sich die Fraktionen beim Thema Nahverkehr einig: Es muss etwas passieren! Einstimmig hat sich der Kreistag nun für die Fortschreibung des Nahverkehrsplans ausgesprochen. Vorangegangen waren intensive Abstimmungen mit den Städten und Gemeinden. Mit dem Maßnahmenpaket sollen sowohl die Bus- und Bahn-Linien an Rhein, Erft und Gillbach als auch die Verbindungen in die Nachbarstädte verbessert werden. Die Politiker unter Vorsitz von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke beschlossen, das Thema „Schienen-Personennahverkehr“ in der Kreisausschuss-Sitzung im Februar umfassend zu diskutieren.

Dieter Welsink (CDU) dämpft jedoch die Erwartungen im Hinblick auf die Sitzung. „Wir werden dort keine eierlegende Wollmilchsau verabschieden können“, sagt der Fraktionsvorsitzende der CDU im Kreistag. Vielmehr gelte es, einen ersten Impuls zu schaffen, um das Thema Nahverkehr innovativ anzugehen – auch unter den Stichpunkten Klimaschutz und wirtschaftliche Entwicklung der Region. Wichtig sei eine verbesserte Vernetzung der Städte und Gemeinden im Rhein-Kreis.

Laut Nahverkehrsplan ist unter anderem mittelfristig eine neue Stadtbahn-Verbindung zwischen Neuss und Düsseldorf vorgesehen. Um die Erreichbarkeit der Neusser City und des Hauptbahnhofs aus der Region und die Erschließung des Entwicklungsgebiets entlang des Hafenbeckens I zu verbessern, wird an die Verlängerung von Regionalbus-Linien gedacht, die zurzeit am Landestheater enden. Zur Anbindung des Neusser Südens an den Düsseldorfer Süden soll in Abstimmung mit der Landeshauptstadt geprüft werden, ob eine Schnellbus-Linie von der Universität über Allerheiligen, Rosellen und Weckhoven bis nach Reuschenberg sinnvoll ist.

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Grevenbroich beabsichtigt die Verbesserung der Verbindung zwischen Wevelinghoven und Neuss an Sonntagen, Korschenbroich will eine Verbindung zwischen dem Gewerbegebiet „Glehner Heide“ und dem Kleinenbroicher Bahnhof schaffen. Mittel- bis langfristig plant die Stadt Kaarst eine zusätzliche Bus-Linie, die Büttgen über das neue Gewerbegebiet „Kaarster Kreuz“ an die Stadtmitte anschließt. Die Gemeinde Jüchen beabsichtigt, ein Bushaltestellen-Konzept zur Schaffung der Barrierefreiheit aufzustellen. Eine neue Schnellbus-Linie zwischen Tönisvorst, Willich und Haus Meer im 60-Minuten-Takt ist in der Stadt Meerbusch gewünscht. Außerdem soll eine Direktverbindung zwischen Osterath und Büderich geprüft werden. Die Gemeinde Rommerskirchen schließlich plant ein sogenanntes Ortsbus-System. Vor einer verbindlichen Entscheidung sind aber noch weitere Untersuchungen erforderlich.

Rainer Thiel, Kreistagsvorsitzender der SPD, ist mit dem Nahverkehrsplan weitgehend zufrieden, zeigt sich jeoch irritiert darüber, dass dort nicht festgehalten wurde, dass der Rhein-Ruhr-Express (RRX) künftig auch in Dormagen hält. „Wir gehen aber mal davon aus, dass das allgemein so gewollt ist“, sagt Thiel. Im jüngsten Kreisausschuss hatte die SPD eine Resolution eingebracht, in der die Verbesseung des Schienenverkehrs im Rhein-Kreis verbessert werden soll. Darin wird auch die Einrichtung eines zusätzlichen S-Bahn-Haltepunktes „Grevenbroich Süd“ gefordert.

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