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Neuss: Nächster Halt: Lummerland

Neuss : Nächster Halt: Lummerland

Neuss Aus tiefen Kehlen klingt ein furchterregender Chor: "Heho, auf den sieben Meeren, heho, herrscht ein rauer Wind." Keine Frage, die Piraten kommen - und sie bringen jedes Kind zum Zittern. Jedes Kind? Na, nicht ganz. Schließlich gibt es noch den mutigen Jim Knopf und seine Freunde. Sie wollen den Kampf gegen die "Wilde 13" aufnehmen. Es gilt, Jim Knopfs Lokomotive Molly aus der Hand der Piraten zu retten und das Rätsel um Jims Herkunft zu lösen.

Neuss Aus tiefen Kehlen klingt ein furchterregender Chor: "Heho, auf den sieben Meeren, heho, herrscht ein rauer Wind." Keine Frage, die Piraten kommen - und sie bringen jedes Kind zum Zittern. Jedes Kind? Na, nicht ganz. Schließlich gibt es noch den mutigen Jim Knopf und seine Freunde. Sie wollen den Kampf gegen die "Wilde 13" aufnehmen. Es gilt, Jim Knopfs Lokomotive Molly aus der Hand der Piraten zu retten und das Rätsel um Jims Herkunft zu lösen.

Willkommen auf den tosenden Meeren und der beschaulichen Insel Lummerland. Willkommen in der Welt von Michael Ende. Seine Bücher "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" und "Jim Knopf und die Wilde 13" hat Musicalmacher Christian Berg für Kinder bearbeitet. Das ist ihm - nah am Text - durchaus gelungen. Bereits das Bühnenbild - nichts anderes als zwei Seiten eines riesigen Buches, die bei Szenenwechsel umgeblättert werden, - zeigt die Nähe zu den Romanen.

Ob die kleine Insel mit zwei Bergen oder das ferne China, die tosenden Meere oder die trockene Wüste: Die liebevollen Zeichnungen (inklusive "Fata Morgana" in der Wüste] zeigen die Welt von Jim Knopf so, wie sie sich der eine oder andere sicher auch vorgestellt hat. Darin liegt die Stärke der Aufführung: Sie ist eine Geschichte mit eingängigen, witzigen Liedern von Konstantin Wecker. Der Stil des Kinderbuchs wird beibehalten, einige Witze über Ebay, Flatrate, Dieter Bohlen und seine "Superstars" zeigen Aktualität, über die man lachen kann, die aber auch nicht weiter stört.

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  • Xanten : Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer

Ein Erzähler (Berg mit Buch unter dem Arm) führt durch die abenteuerliche Geschichte. Vor der Reise nach Lummerland fragt er die Kinder nach ihren Träumen und Wünschen für die Zukunft. Die kleine Viktoria verrät, dass sie in ihren Träumen mit ihrem Pony fliegen kann und "groß und stark" werden will. Viktor gibt sich als wahrer Jim- Knopf-Experte zu erkennen: Bereits drei Mal habe er die Bücher gelesen. Ein Kind, das Christian Berg begeistert: "Er hat das Buch gelesen und nicht nur die Zeichentrickfilme auf KiKa geguckt."

Zeit für eine Ermahnung an die Eltern, mit den lieben Kleinen zu lesen, damit sie nicht "stumpf" werden und "Superstar" werden möchten. Eigentlich ein überflüssiger Hinweis an das Publikum, das zu zwei Dritteln die Stühle der Stadthalle besetzt: Es scheint Michael Endes ausgezeichnete Werke zu kennen, sonst wäre es zu Hause geblieben.

Kaum hat das Musical begonnen, will keiner mehr nach Hause. Die Kinder sowieso nicht: Sie müssen Lukas (Micha Rugolo), Jim Knopf (Cosima Heitmann) und der dicken Lokomotive Emma mehr als einmal helfen. Mal sind sie das brausende Meer, mal der laute "Bums" an der Landesgrenze von Lummerland.

Und ganz wichtig: richtig Jubeln für König Alfons den Viertel-vor-Zwölften (Christian Berg). Und da dürfen auch die Erwachsenen mitmachen. Das "Vivat" geruht Majestät gern recht kraftvoll und enthusiastisch zu vernehmen .... Oder die Zuschauerwerden zum Briefträger von Lummerland, wie Michael aus Haan.

Ob die Begegnung mit der schillernden Meerjungfrau Sursulapitschi, dem plüschigen Drachen Nepomuk oder dem Goldenen Drachen der Weisheit (alle Melanie Herzig): Die Abenteuer sind auch für Jim-Knopf-Anfänger nachvollziehbar - und Lieder wie "Lukasrap", das rockige "Mädchen sind nicht blöder" oder die Ballade "Blibb-blapp-blupp" machen einfach Spaß. So viel Spaß, dass die Akteure erst nach der Zugabe die Bühne verlassen dürfen.

(NGZ)