Neuss: Nächste Hauptschule am Ende

Neuss : Nächste Hauptschule am Ende

Wie die aktuellen Anmeldezahlen zeigen, hat die Geschwister-Scholl-Hauptschule nicht genügend neue Schüler. Am beliebtesten sind die drei Neusser Gesamtschulen – eine vierte Gesamtschule ist daher wieder im Gespräch.

Wie die aktuellen Anmeldezahlen zeigen, hat die Geschwister-Scholl-Hauptschule nicht genügend neue Schüler. Am beliebtesten sind die drei Neusser Gesamtschulen — eine vierte Gesamtschule ist daher wieder im Gespräch.

Foto: Lammertz, Thomas

116 neue Schüler wird Gesamtschule an der Erft im kommenden Schuljahr aufnehmen, eine beeindruckende Zahl im Vergleich zu den Hauptschulen der Stadt: So kommt die Geschwister-Scholl-Schule auf ganze 13 Anmeldungen — das reicht nicht aus, um eine Eingangsklasse zu bilden. "Die Chancen, dass diese Schule weiter besteht, schätze ich als sehr schlecht ein", sagt Schuldezernentin Christiane Zangs, die bereits Gespräche mit der Bezirksregierung über das weitere Vorgehen führt. Noch sei nichts alles offen — die Entscheidung treffe letztlich der Schulausschuss, der im April tagen wird.

Die Anmeldezahlen der weiterführenden Schulen zeigen vor allem einen Trend des Elternwillens: Hin zur Gesamtschule, weg von der Hauptschule. Außerdem offenbart sich die Beliebtheit der einzelnen Gymnasien: Während etwa das Humboldt-Gymnasium nur auf eine Anmeldezahl von 109 Schülern kommt, wollen 167 Eltern ihre Kinder am Gymnasium Norf anmelden. Die Realschulen sind in puncto Nachfrage etwa gleich aufgestellt, zwischen 60 und 90 Anmeldungen kann jede Schule vorweisen. "Generell lässt sich sagen, dass nur sehr wenige Schüler überhaupt noch eine Hauptschulempfehlung auf dem Zeugnis haben", erläutert Zangs. Stattdessen werde häufig "Hautschule/Gesamtschule" ausgewiesen sowie die eingeschränkte Realschulempfehlung abgegeben.

Der dadurch ausgelöste Andrang auf die Gesamtschulen hatte bereits im Februar dazu geführt, dass 206 Kinder abgelehnt werden mussten. Das geht aus aktuellen Zahlen hervor, die unserer Zeitung vorliegen. Die abgelehnten Schüler hatten im Anschluss die Chance, sich beim nachgelagerten Anmeldeverfahren um einen Platz an einer Haupt- oder Realschule sowie am Gymnasium zu bewerben. Die hohe Zahl der Ablehnungen und das mögliche Aus der Geschwister-Scholl-Hauptschule befeuerten gestern die Diskussion um eine mögliche vierte Gesamtschule.

"An einer vierten Gesamtschule geht kein Weg vorbei", sagte SPD-Fraktionschef Reiner Breuer. Der große Andrang zeige den Elternwillen, so Breuer, der aber auch die Einrichtung einer Sekundarschule nicht ausschließen will. "Die Anmeldeüberhänge erlauben nicht nur die Gründung einer vierten Gesamtschule, sondern zusätzlich auch die Einrichtung einer ersten Sekundarschule in Neuss", meinte Breuer. Die CDU ist da skeptischer. "Wir haben die Zahlen noch nicht abschließend diskutiert", sagte Schulausschussvorsitzende Stephanie Wellens. Sie plädierte dafür, genau zu analysieren, welche Schüler auf die Gesamtschulen streben — denn nur wenn sich genügend Kinder mit Gymnasialempfehlung anmeldeten, rechtfertige dies eine vierte Gesamtschule. Wellens tendiert eher zur Sekundarschule — "weil wir junge Menschen dort zielgerichtet auf eine praktische Ausbildung vorbereiten können", meint die Politikerin.

(NGZ)
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