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Nachruf: Professor Hans Süssmuth machte Neuss zur Hochschulstadt

Nachruf auf Professor Hans Süssmuth : Neuss zur Hochschulstadt gemacht

Der Historiker Hans Süssmuth, Ex-Rektor der Pädagogischen Hochschule, ist tot. Er starb im Alter von 85 Jahren in seiner Wahlheimat Neuss.

Hans Süssmuth vor allem als Ehemann der Bundestagspräsidentin a.D. Rita Süssmuth wahrzunehmen, wird der Person und der Lebensleistung dieses Wissenschaftlers nicht gerecht, der der Stadt früh ein Profil als Hochschulstandort gab. Im November 1969 wurde der Pädagoge an die Pädagogische Hochschule Rheinland, Abteilung Neuss, berufen, wurde Professor am Lehrstuhl für Neuere Geschichte und später Rektor der Hochschule. Damals wurde Süssmuth mit seiner Familie in Neuss heimisch. Dieser Stadt blieb er verbunden, als die PH 1980 in der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität aufging und Süssmuth dort einen Lehrstuhl am Historischen Seminar erhielt. Und in seiner Wahlheimat starb Süssmuth auch am Samstag. Er wurde 85 Jahre alt.

Für sein Lebenswerk als Historiker, der seiner Zunft neue Wege zur Vermittlung historischer Erkenntnisse an die Jugend aufzeigen half, ist der gebürtige Münsterländer vielfach ausgezeichnet worden. Zuletzt erhielt er vor drei Jahren den Rheinlandtaler des Landschaftsverbandes. Der würdigte Süssmuth auch als großen Europäer, der Deutschlands östliche Nachbarstaaten in seine Arbeit einband. In der 1989 gegründeten Adalbert-Stiftung war er bestrebt, die Bedeutung Polens, Ungarns, Tschechiens und der Slowakei für die friedliche Revolution öffentlich bewusst zu machen. Um dieser Arbeit mehr Zeit schenken zu können, zog sich Süssmuth 2016 aus dem Verein „Forum Archiv und Geschichte“ zurück, den er seit dessen Gründung als Vorstandsmitglied begleitet hatte. Als Mitglied der Stadtgesellschaft, engagierte sich Süssmuth auch bei den Rotariern und im Schützenlustzug „Novesen“.

(-nau)