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Nachruf ein ein Neusser Original: Trauer um "Manes" Breuer

Nachruf auf ein Neusser Original : Neuss trauert um „Manes“ Breuer

Hermann Josef Breuer, fast sechs Jahrzehnte für die NGZ tätig, starb am Samstag. Er war ein ausgewiesener Kenner der Historie seiner Stadt.

Im Altenpflegeheim Herz-Jesu ist am Samstag Hermann Josef Breuer im Alter von fast 92 Jahren gestorben. Viele Neusser und NGZ-Leser kannten ihn mindestens ebenso gut unter seinen Kürzeln „Manes“ oder „h-er“, die er zu einem Markenzeichen gemacht hat. Knorrig aber wohlwollend, kritisch und in der Sache streitbar, begleitete er mit seiner Feder in den Jahren von 1953 bis 2010, was sich in Neuss ereignete. Vor allem dem Karnevals- und Schützenwesen widmete er sich zuletzt als freier Mitarbeiter der Heimatzeitung intensiv. Und es spricht für ihn und die Anerkennung, die ihm entgegen gebracht wurde, wenn ihn – wie geschehen – ein Schützenpräsident noch vor dem Schützenkönig begrüßte.

Breuer stammte aus einer alten Neusser Familie und war darauf immer stolz. Er wuchs in dem schmalen Haus Zollstraße 19 auf, wo sein Vater Max – wie schon der Großvater – einen Frisörsalon betrieb. Breuer selbst schlug einen anderen Berufsweg ein, fand 1948 eine Lehrstelle beim neu gegründeten Niederrheinischen Stahlkontor und verließ das Unternehmen erst 40 Jahre später als Rechnungsprüfer.

 Hermann Josef Breuer, fast sechs Jahrzehnte freier Mitarbeiter der NGZ-Redaktion, wäre am 17. Juni 92 Jahre alt geworden.
Hermann Josef Breuer, fast sechs Jahrzehnte freier Mitarbeiter der NGZ-Redaktion, wäre am 17. Juni 92 Jahre alt geworden. Foto: Andreas Woitschützke
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Ein treuer Sohn der Stadt Neuss und ein Kenner ihrer Historie war Breuer, darüber hinaus schwärmte er aber auch für alles was bayerisch war. Das erlebten auch die Mitarbeiter des Pflegedienstes, die ihn seit 2019 in seiner Wohnung an der Oberstraße unterstützten, wenn er ihnen den Einkaufszettel diktierte, oder wenn sie den Briefkasten leerten, in dem neben der NGZ auch eine Zeitung aus München steckte.

Wie sehr er „seiner“ NGZ verbunden war, macht der unverheiratet gebliebene Breuer auch mit einer testamentarischen Verfügung deutlich. Dem Herz-Jesu-Heim, wo er am 19. April nach mehreren Krankenhausaufenthalten Aufnahme fand, vererbt er sein Abonnement.

(-nau)