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Nach Sturm Ela: Neusser Kleingärtner bauen neues Vereinsheim

KGV Altstadt schafft sich eine neue Mitte : Ein Heim für 149 Schrebergärtner

Vier Jahre nach dem Sturm Ela hat der KGV „Altstadt“ wieder ein Vereinszentrum.

Am Wochenende gab es viel Lob. Das ist bei der Wiedereröffnung eines Vereinszeltes auch zu erwarten, vor allem, wenn damit die Gemeinsamkeiten im Kleingarten-Verein Altstadt wieder an Schwung gewinnen. Den Anfang machte der Vorsitzende Siegfried Hölscher mit einer überraschenden Feststellung: „Von einer rein deutschen Kleingarten-Kolonie haben wir uns zu einer multikulturellen Gemeinde gewandelt.“ Darauf ist er mächtig stolz

Ein überaus imposant-repräsentatives Gebäude ist die Stahlverrohrung mit den seitlichen Planen nicht. Aber das Zelt hat seinen Charme und bietet den 149 Kleingärtnern des KGV Altstadt mit ihren Gästen erneut den lange entbehrten Mittelpunkt. 2014 hatte der Orkan Ela das alte Gebäude dahingerafft. Für ihre „hohen Eigenanteile und das intensive Engagement“, machte Joachim Meister der Kolonie ein dickes Kompliment. Er ist der Konstrukteur der Halle und nicht nur nebenbei Fachberater bei allen Gartenarbeiten.

Am Samstag hat die Halle jedenfalls ihre gute Tauglichkeit bewiesen. Sie war voll besetzt. Der erste stellvertretende Bürgermeister Sven Schümann war zur Stelle und pries den hohen Grad des ehrenamtlichen Mitmachens: „Die Stadt ist froh, dass so viel Grün da ist.“ Darin stimmte sein Amtskollege Jörg Gerlings voll mit ein.

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Auch Friedhelm Doll, Stadtverbandsvorsitzender der Kleingartenvereine Neuss, hat sich den Besuch der Einweihung nicht nehmen lassen. Er hält es für längst fällig, den Integrationsbegriff zu erweitern. Dazu trug Siegfried Hölscher eine verblüffende Aussage bei: „Unsere Mitglieder setzen sich aus neun Nationen zusammen.“ Neuestes Mitglied ist eine chinesische Familie. Hochwillkommene Besucher waren auch ehemalige Gartenbesitzer, die ihr blühendes Stück Land aus Altersgründen aufgegeben haben.

Ohne Wünsche an die Stadt ging der offizielle Teil freilich nicht ab. Die großen Bäume, eine Gefahrenquelle, sollten gefällt werden, Handlungsbedarf gäbe es auch bei den Außenanlagen und vor allem bei den desolaten Parkplätzen. Der aufgekratzten Feierlaune tat das keinen Abbruch.