Neuss: Nach "Ela": Jetzt sind die Parks endlich dran

Neuss : Nach "Ela": Jetzt sind die Parks endlich dran

Noch sind alle Parks wegen der Sturmschäden gesperrt, doch die Aufräumarbeiten sind angelaufen. Priorität hat nun der Stadtgarten.

Rudolf Westermann ist nicht nur stellvertretender Leiter des Neusser Grünflächenamts, sondern auch gelernter Gärtner - "deswegen tut es besonders weh, das hier anzusehen", sagt er mit Blick auf den meterhohen Berg aus Stämmen und Ästen im Neusser Stadtgarten. "Gerade der ältere Teil des Parks ist besonders stark durch Sturmschäden betroffen", sagt Westermann.

Das Grünflächenamt arbeitet seit dem Sturm eine Prioritätenliste ab, sicherte zunächst die Schulen, dann die Wege und Spielplätze. Nun sind die Parkanlagen an der Reihe, die bislang allesamt noch gesperrt sind. "Wir haben aber in allen Grünflächen schon die schlimmsten Gefahrenstellen beseitigt, weil viele Menschen die Absperrbänder einfach missachten", erzählt Westermann, dessen Einsatz nach Sturm "Ela" bereits am gleichen Abend um 23 Uhr begann. "Mit Blick auf die Schäden wussten wir sofort, dass wir nun schnell handeln müssen", sagt er.

Denn die Fachfirmen waren schnell ausgebucht - allein Neuss beschäftigte in der Anfangszeit 19 Firmen für die Aufräumarbeiten. Davon sind acht Betriebe auch vier Wochen nach dem Orkan immer noch für das Grünflächenamt im Einsatz. "Anders geht es nicht", sagt Westermann, der bei den Neussern um Verständnis dafür wirbt, dass angesichts dieses Jahrhundertereignisses nicht alle Services der Stadt reibungslos funktionieren.

So kommen seine Mitarbeiter mit der Leerung der Mülleimer nicht nach. "Dafür planen wir für diesen Samstag eine große Leerungs-Aktion gemeinsam mit der AWL", erzählt Westermann. Zurückstellen muss der Amtsleiter auch das Mähen der Wiesen.

"Es ist einfach wichtiger, Gefahrenstellen zu beseitigen, als sofort jeden Halm zu mähen", sagt er. Getan werden müssen die Arbeiten allerdings dennoch - dann teilweise mit größeren Maschinen, die höhere Kosten verursachen. Das sei nicht zu vermeiden, sagt Westermann, der allein für die Wiederherstellung des öffentlichen Grüns mit Kosten von rund acht Millionen Euro rechnet.

Insgesamt geht die Stadt davon aus, dass die Beseitigung der Sturmschäden 15 Millionen Euro kosten wird. Und dass es Jahre dauern wird, bis sich das Bild der Grünflächen wieder einigermaßen normalisiert. Denn die Zahlen sprechen für sich: 18.000 Arbeitsstunden wurden von städtischen Mitarbeitern, Einsatzkräften der Hilfsdienste und den beauftragten Firmen geleistet. Bis alle Schäden beseitigt sind, werden es 60.000 Stunden sein.

Im Stadtgarten arbeiten schwere Maschinen daran, Stämme und Äste aufzuschichten. 150 Bäume sind allein in diesem Park umgestürzt oder mussten gefällt werden. Bei der Koordinierung der Arbeit helfen die Baumkontrolleure der Stadt. "Herausgenommen werden zunächst vor allem diejenigen Bäume, die offensichtliche Schäden haben, etwa in eine Schräglage geraten sind", sagt Baumkontrolleur Peter Parmentier. Alle Bäume der Stadt sind kartiert und digital erfasst, systematisch werden sie nun auf Schäden geprüft - jede Menge Arbeit bei insgesamt 18.000 Straßenbäumen auf Neusser Stadtgebiet.

(NGZ)
Mehr von RP ONLINE