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Neuss: Musik-Marathon bei Regen

Neuss : Musik-Marathon bei Regen

Auf den Tag genau ein Jahr nach den tragischen Ereignissen der Loveparade in Duisburg gab es am Sonntag beim MidWest Music Festival trotz herbstlichen Wetterbedingungen wieder ausgelassene Partystimmung.

"Wir rechnen fest damit, dass bis zu achttausend Besucher kommen werden." Die ausrichtende Agentur ConcertTeam-NRW aus Düsseldorf klang — beim Telefonat am vergangenen Freitag — noch optimistisch. Dabei hatte sie sich viel vorgenommen: Auf dem Gelände der Galopprennbahn in Neuss wollte sie am Sonntag mit dem MidWest Music Festival in dieser Größenordnung eine Premiere im Sektor House- und Technomusik zu stemmen. Und das nach den — aus gegebenem Anlass — drastisch verschärften und damit erheblich kostenträchtigeren Sicherheitsbestimmungen durch das Landesinnenministerium und dazu einer nun wirklich nicht guten Wettervorhersage.

Sonntagnachmittag, gegen vier Uhr, wurden die Besucherzahlen dann noch einmal von einem Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes, nach unten korrigiert. "Vielleicht sind jetzt dreitausend Besucher auf dem Gelände, wir müssen die weitere Entwicklung abwarten."

Obwohl: Die Liste der Künstler, mit denen man die Gäste lockt, ist lang, und sie alle haben sich in der Szene einen teils hervorragenden Namen gemacht: Unter anderem legen Funkagenda, Martin Solveig, Feddel le Grand, Thomas Gold, Dirty South und Norman Dorey auf, abschließend, als einer der Headliner, Tiesto. Das Ganze — ab Mittag bis in den Abend — parallel auf zwei Bühnen und im Stundenwechsel, als permanente Rundumbeschallung.

Es sind die fetten Beats und die heftige Lautstärke, die den Charakter dieses Musikgenre ausmachen. Einen besseren Ort als das weitläufige Gelände findet man darum wohl eher nicht. Jannis Lohr (20) und Leon Sembach (22) aus Neuss — beide bei leichtem Nieselregen mit echt cooler Sonnenbrille — sind guter Dinge: "Die DJ's und der Sound sind perfekt, das Wetter eher besch..., doch wir lassen uns die Stimmung nicht vermiesen". Auch die Eintrittspreise, um die 35 Euro, finden die beiden angemessen.

Manuel Korte (29) ist mit fünf Bekannten aus Köln angereist. Die Tatsache, dass es kein Kölsch im Ausschank gibt, ist für ihn kein Grund zu verzweifeln. "Klasse Musik und für uns nur ein Katzensprung — eine wirklich gute Veranstaltung".

Die muss sich aber noch behaupten, ist es doch, wie gesagt, das erste Mal, dass das MidWest Music Festival in Neuss die Visitenkarte abgibt. Wenn Martin Solveig das gewusst hätte, wäre seine Begrüßung "Hello Düsseldorf" vielleicht auch anders ausgefallen, doch dieser Faux Pas wird von den Fans eher wohlwollend zur Kenntnis genommen.

Und im nächsten Jahr — so wünschen es sich mehrere Besucher — keine Gummistiefel-Party, sondern statt dessen Sommer und Sonne pur. Dann kann dieses Festival für den Neusser Veranstaltungskalender ein mehr als bereichernder Termin werden.

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Hier geht es zur Bilderstrecke: 3000 feierten beim MidWest Music Festival in Neuss

(NGZ)