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Neuss: Münsterschule: Napp will Investor eine Frist setzen

Neuss : Münsterschule: Napp will Investor eine Frist setzen

Vor acht Monaten hat der Neusser Stadtrat beschlossen, das Areal der ehemaligen Münsterschule an die Kölner Treuhandgesellschaft Kontrola zu verkaufen. Der architektonische Entwurf stammt vom Neusser Horst Hanrath. Seitdem ist dort keinerlei Bautätigkeit festzustellen. Mehr noch: Wie unsere Zeitung berichtete, ist bis heute kein Kaufvertrag zwischen der Stadt und der Kontrola zustande gekommen. Im Stadtrat machte die Politik ihrem Unmut darüber Luft.

Zufriedenstellen mochten die Ausführungen von Wirtschaftsförderer Andreas Galland nicht. Galland erklärte, dass die Kontrola im vergangenen Jahr mit der Bouwfonds Immobilienentwicklung GmbH in Frankfurt verschmolzen ist, dahinter steckt letztlich die Rabobank aus den Niederlanden. Es gab intern offenbar neue Prüfungen und den Auftrag, die Investitionsentscheidung durch eine Bauvoranfrage absichern zu lassen. "Diese wird derzeit erarbeitet", so Galland. "Parallel wird der Abbruchantrag für die ehemalige Münsterschule vorbereitet."

Für einen bemerkenswerten Vorgang sorgte Bürgermeister Herbert Napp, der als Verwaltungschef die Stellungnahme aus dem Fachamt (Galland) nicht so stehenließ, sondern kommentierte: "Dies wirft Fragen auf. Was ist, wenn der Investor die Bauvoranfrage erst in fünf, zehn oder 15 Jahren stellt?" Oppositionsführer Reiner Breuer (SPD) reagierte prompt: "Sie sind doch die Verwaltung und sollen keine Fragen stellen, sondern sie beantworten!" Galland, der als ein möglicher Kandidat für die Nachfolge des Beigeordneten und Planungsdezernent Stefan Pfitzer gilt, kündigte an, dass der Investor eine Frist bekomme, den Kaufvertrag zu unterschreiben, wenn er die Bauvoranfrage nicht zügig stellt. Napp machte es konkreter: "Wir werden in der nächsten Ratssitzung berichten, wie wir die Zeitabfolge sehen."

(NGZ)