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Neuss: Münsterschul-Areal: Noch kein Kaufvertrag

Neuss : Münsterschul-Areal: Noch kein Kaufvertrag

Vor acht Monaten hat der Stadtrat dem Kölner Investor Kontrola Treuhand die Entwicklung des ehemaligen Areals der Münsterschule übertragen. Bis heute hat sich dort noch nichts getan. Mehr noch: Bis heute ist noch nicht einmal ein Kaufvertrag unterzeichnet, der von Kontrola gebotene Kaufpreis von eine Million Euro daher nicht in der städtischen Kasse.

Einen Grund zur Aufregung sieht Andreas Galland, Leiter des Amtes für Wirtschafts und Liegenschaftangelegenheiten, darin nicht. Er verweist vielmehr auf "interne Diskussionen" bei Kontrola, die zu dieser Zeitverzögerung geführt haben. Denn nur knapp einen Monat nach dem politischen Zuschlag wurde der Kölner Bauträger an die niederländische Bouwfonds Property Development verkauft. Die Folge war offenbar, dass Projekte von Kontrola intern auf den Prüfstand kamen. Galland: "Es wird geprüft, ob das Projekt ohne großes Bauleitverfahren umgesetzt werden kann. Dafür wurde im Rathaus von der Kontrola eine Bauvorbescheidsanfrage gestellt, die zurzeit in Bearbeitung ist." Dabei handelt es sich um eine vorweggenommene Teilprüfung eines Bauantrags.

In einem umstrittenen anonymisierten Vergabeverfahren hatte sich der Stadtrat knapp für den Entwurf von Kontrola (mit dem Neusser Architekten Horst Hanrath) ausgesprochen, Zweite wurde die Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft (GWG). Der Entscheidung war eine Diskussion über die Wertungsmatrix in dem komplizierten Verfahren vorausgegangen, in dem die Planungspolitiker aufgefordert waren, für Details in den Entwürfen Punkte zu vergeben. Planungspolitiker der Fraktionen hatten sich außerhalb des Ausschusses für die Reihenfolge GWG vor Kontrola geeinigt, der Rat traf eine andere Entscheidung.

Eine besondere Eile brauchen die neuen Eigentümer des Grundstücks angesichts von großzügigen Fristen ohnehin nicht an den Tag zu legen: Baubeginn muss erst spätestens drei Jahre nach der Unterschrift unter den Kaufvertrag sein. Gleichwohl glaubt Galland, dass in diesem Jahr die ersten Bagger auf dem Grundstück anrücken.

(NGZ)