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Neuss: Münsterschul-Areal: Investor vor Absprung

Neuss : Münsterschul-Areal: Investor vor Absprung

Fast vier Jahre zieht sich das Vergabeverfahren für das Münsterschul-Areal bereits hin. Und es wird wohl weiter dauern, bis dort das Ziel realisiert werden kann, auf dem ehemaligen Grundschulgelände Wohnungen zu bauen.

Die Gründe stellte der frühere Wirtschaftsförderer Alexander Galland (er leitet mittlerweile das Amt für Denkmalpflege) im Planungsausschuss vor. Demnach sind die Lärmbelastungen der umliegenden Hafenindustrie größer als bislang angenommen – ein "überraschendes Ergebnis", so Galland, der sich dafür von SPD-Fraktionschef Reiner Breuer fragen lassen musste, wie die Verwaltung vier Jahre lang nicht gewusst haben könne, dass der Hafen Lärmemissionen ausstrahlt. "Hochnotpeinlich", findet Breuer diese späte Erkenntnis der Stadt.

Um dem Lärmschutz Rechnung zu tragen, müssten die bereits vorliegenden Pläne des Architekten Horst Hanrath umgeändert werden, etwa zur Hafenseite mit Fenstern, die nicht zu öffnen sind.

Das ist aber nicht das einzige Problem, vor dem der Investor Kontrola, der vor zwei Jahren von dem niederländischen Immobilienentwickler "Bouwfonds Property Development" aufgekauft wurde, steht. Galland führte aus, dass die Abrisskosten für die Schule – die soll der Investor zusätzlich zum Kaufbetrag von einer Million Euro übernehmen – teurer sind als bislang gedacht. Deswegen wird laut Informationen unserer Zeitung wohl nun darüber nachgedacht, dem Investor einen Preisnachlass zu gewähren. Ob das jedoch etwas bringt, bleibt fraglich. Denn ein weiteres Problem tut sich auf: Die Hafenanrainer, dem Vernehmen nach vor allem die Firma Thywissen, haben gedroht, gegen das Wohnbauprojekt Rechtsmittel einzulegen. Bleibt abzuwarten, ob Kontrola den Aufwand nicht scheut.

(hko)