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Neuss: Motorradcorso mit 500 Bikes

Neuss : Motorradcorso mit 500 Bikes

Die "Free Eagles" feiern Geburtstag – und Neuss feiert mit. Bevor auf dem Kirmesplatz die Party des Clubs steigt, formieren sich Motorradfahrer aus ganz Deutschland zu einem langen Corso. Der fährt wieder mitten durch die Stadt.

Die "Free Eagles" feiern Geburtstag — und Neuss feiert mit. Bevor auf dem Kirmesplatz die Party des Clubs steigt, formieren sich Motorradfahrer aus ganz Deutschland zu einem langen Corso. Der fährt wieder mitten durch die Stadt.

Das Neusser Chapter des Motorrad-Clubs "Free Eagles" feiert am Wochenende sein zehnjähriges Bestehen. Und das nicht ganz für sich am Clubheim an der Lötterfelder Straße in Büderich, sondern auf dem Neusser Kirmesplatz. "Wir wollen zum Ausdruck bringen, dass wir eine große Familie sind", erklärt Gert Zielke (54), der Chapter-President des Clubs, diesen bewusst gewählten Gang in die Öffentlichkeit. Die ist herzlich eingeladen, mitzufeiern und sich eine eigene Meinung von den "Eagles" zu bilden.

Mit bestimmten Motorrad-Gangs wollen die "Free Eagles" nicht gerne in einen Topf geworfen werden. Denn die produzieren häufig Schlagzeilen, die mit Motorradfahren nicht zu tun hat. Darum aber geht es den 22 Neusser Clubmitgliedern vor allem, "zusammen zu reiten". Für Samstag hat der Club einen besonderen Ritt geplant, dem sich jeder Zweiradfahrer anschließen kann. Der Hubraum ist egal, "aber ein Motorrad sollte es schon sein", sagt Zielke.

Er und seine Clubkameraden werden an der Spitze eines Motoradcorsos vom Clubheim zum Kirmesplatz fahren — durch die Nordstadt und vom Bahnhof den ganzen Hauptstraßenzug bis zum Rathaus hinauf. Mit bis zu 500 Motorradfahrern rechnet Zielke, darunter 200 "Eagles" aus ganz Deutschland. Bei denen herrscht, zumindest für die "Vollkutten", eine Harley-Pflicht. Schon deshalb wird der Corso bemerkenswert sein.

Vor zwei Jahren gab es Vergleichbares schon einmal in Neuss. Unter dem Slogan "Rocker für Kinder" hatte die Biker damals zu einer Benefizaktion eingeladen. Schirmherr war Bürgermeister Herbert Napp, der als Sozius mitfahren durfte. Ohne Helm. Das käme Zielke heute nicht mehr in die Tüte. "Wir haben da ein schlechtes Beispiel gegeben", sagt er heute. Regeln müssten eingehalten werden.

Wie viele das sein können, erlebte der Präparator der Pathologie im Lukaskrankenhaus bei seinen Behördengängen zur Vorbereitung der Biker-Partie. Ein Sicherheitskonzept musste vorgelegt werden: Keine Absperrungen auf dem Veranstaltungsgelände und Rettungswege bis hinein in die Zeltstadt der Gast-Biker. Eine Verpflichtungserklärung zur Einhaltung des Emissionsgesetzes musste Zielke unterschreiben — und dazu am Samstag Kundschafter zum Rathausplatz schicken. "Die müssen hören, ob die Musik noch zu laut ist". Und last but not least war ein Antrag auf "Zurschaustellung von Personen" auszufüllen. Denn für Samstagabend im Zelt sind die "Coyote Ugly Girls" engagiert — und die haben nicht das Meiste an.

Der Party am Abend geht ein Tag voller Action und Rockerspiele voraus. Gäste — auch mit Kindern — sind auch dann gerne gesehen. Aber Kinder, so sagt Zielke, sollten nicht ohne Gehörschutz auf dem Kirmesplatz sein.

(NGZ)