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Mosaike-Tour zu den Glocken von Neuss

Neusser Mosaike : Unterwegs zu den Glocken der Stadt

Höhepunkt der nächsten „Neusser Mosaike“-Tour von Neuss Marketing und NGZ ist der Aufstieg auf den Turm der Christuskirche.

Wo lebte der Glöckner von St. Quirin? Wie schwer ist die größte Neusser Glocke? Was hat eine „Domina“ mit der Christuskirche zu tun? Und wie haben Glocken Jahrhunderte lang den Tagesablauf der Menschen bestimmt? Die Antworten auf diese und viele weitere spannende Fragen kennt Helmut Wessels. Und er ist bereit, sein Wissen am Samstag, 29. September, bei der Tour „Glocken und Glockengeläute – Unverwechselbare Stimmen einer Stadt“ mit anderen zu teilen.

„Glocken haben mich schon als Kind in meinem Heimatdorf fasziniert“, sagt der gebürtige Emsländer Wessels. Umso erstaunlicher, dass der Wahl-Neusser, der die Stadt und ihre Geschichte zahlreichen Besuchergruppen bei Führungen näherbringt, die metallenen Klangkörper erstmals zum Thema einer Tour macht. Dabei hat Neuss auch in dieser Hinsicht eine Menge zu bieten, wie er versichert: vom Glöckchen in der Obertor-Kapelle über melodische Glockenspiele bis zur großen Quirinusglocke.

Auf seinem anderthalbstündigen Spaziergang durch die Neusser Innenstadt bringt Helmut Wessels interessante Fakten zur Geschichte der Glocke und der Bedeutung des Läutens, nennt kuriose Details und erzählt unterhaltsame Anekdoten. Seit wann gibt es überhaupt Glocken und wann kamen sie in unseren Kulturkreis? Aus welchem Jahr stammt die älteste Glocke Deutschlands? Warum läuten Kirchenglocken mittags um 12 Uhr oder freitags um 15 Uhr? Wessels stellt die verschiedenen Läutformen vor, erklärt, dass Glocken nicht zwangsläufig hängen müssen, und vermittelt Aufbau und Materialien von Glocken. Vieles illustriert er mit Bildern oder gar Filmaufnahmen auf dem mitgeführten Tablet, etwa das personalaufwändige Beiern der Glocken im Münsterturm.

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Und natürlich weiß er so manches Histörchen aus der Neusser Stadtgeschichte zu berichten: Beispielsweise dass die Alexianerbrüder einst die Glocken von St. Quirin läuteten, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Dass in späteren Jahrhunderten gar ein Glöckner seine Wohnung im Kirchturm des Münsters hatte, oder dass nach dem Zweiten Weltkrieg geplant war, in das Türmchen des neuen Rathauses ein Glockenspiel einzubauen.

Wenn auch nicht an dieser exponierten Stelle, so gibt es doch in der Neusser Innenstadt gleich mehrere Glockenspiele, die natürlich ebenfalls auf der Route angesteuert werden – vom Glockenspiel am Hause des Juweliers van Wüllen an der Oberstraße über das Schützenglockenspiel am Vogthaus auf dem Münsterplatz bis zu einem noch recht jungen Exemplar, das der Bund der Vertriebenen (BdV) Kreisverband Neuss erst 2002 am Sitz der AOK anbringen ließ.

Damit die Tour-Teilnehmer den Gegenstand des Interesses auch einmal ganz von Nahem betrachten können, endet der Rundgang in einem Glockenturm: „Wir dürfen auf den Turm der evangelischen Christuskirche hinaufsteigen“, kündigt Wessels an, der sich auf diesen Punkt besonders freut.

(NGZ)