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Neusser Unternehmer: Mohammadi Akhabach bedankt sich bei allen Polizisten

Neusser Unternehmer : Mohammadi Akhabach bedankt sich bei allen Polizisten

Der Neusser Unternehmer Mohammadi Akhabach hat einen Brief geschrieben und ihn 2500-fach versendet. Per Post. An die Polizei. Er wollte einfach mal Danke sagen in Zeiten, in denen Einwanderung zunehmend lauter und unsachlicher diskutiert werde, "danke, dass es Sie gibt".

Spätestens seit den Übergriffen in der Silvesternacht gerate dabei ein Berufsstand besonders zwischen die Fronten: Polizisten. Grund genug für Akhabach, um sich einmal persönlich bei allen deutschen Polizisten zu bedanken. "Ich bin glücklich darüber, dass es die Polizei gibt", sagt der Sohn marokkanischer Einwanderer.

Eine Begegnung mit einer Beamtin in Düsseldorf hatte den Unternehmer aus Neuss so sehr bewegt, dass er spontan das Schreiben aufsetzte und an 2500 deutsche Polizeidienststellen verschickte: Er saß im Auto auf dem Weg zur Arbeit, als an einer roten Ampel ein Streifenwagen neben ihm anhielt. Die Polizistin auf dem Beifahrersitz signalisierte dem Unternehmer, sich zu vergewissern, ob er auch angeschnallt sei. "Ich habe mich gut behütet und freundlich behandelt gefühlt", erzählt Akhabach.

"Und vor allem ganz ohne Vorurteile", sagt der Nordrhein-Westfale. Denn gerade seitdem das Wort "Nordafrikaner" verstärkt im Zusammenhang mit Kriminalität, Verunsicherung und Ängsten gebraucht werde, sei es für Polizeibeamten nicht immer leicht, Menschen jeglicher Couleur unvoreingenommen zu begegnen. "Ich glaube, dass Sie, unsere Beamten von der Polizei, dabei einen wirklich anspruchsvollen und oft auch undankbaren Job haben", schreibt Akhabach.

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Der 40-Jährige ist Mitgründer des Online-Lieferservices Lieferheld. Mit Sorge registriert er einen Rechtsruck in der Gesellschaft. Umso wichtiger sei es, sagt Akhabach, einen demokratischen und offenen Diskurs zu führen. Für seine Dankesaktion wünscht er sich viele Nachahmer.

(RP)