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Neuss: Möbelhaus: Zuschlag gibt's nur im Paket

Neuss : Möbelhaus: Zuschlag gibt's nur im Paket

Die Konzepte der drei Bieter im Möbelhaus-Poker sind so vergleichbar, dass CDU und FDP auf dieser Basis zu keiner Entscheidung kommen können. Die wird nun an die Frage geknüpft, welcher Investor das gesamte Hammfeld überplant.

Im Poker um das neue Möbelhaus im Hammfeld ist der Berliner Investor Kurt Krieger jetzt im Vorteil. Sein Angebot, nicht nur ein Möbelhaus zu bauen, sondern auch das Hammfeld II zu entwickeln, will die Koalition von CDU und FDP zum Prüfkriterium für alle drei Investoren machen — wenn sie im Geschäft bleiben wollen. Sollte mehr als ein Bieter dazu bereit sein, regelt sich alles über den Preis.

Während die Koalition die Chance betont, mit einem Konzept aus einer Hand die seit 20 Jahren ungenutzten Flächen zu aktivieren, wie es der FDP-Fraktionsvorsitzende Heinrich Köppen nennt, kritisiert die Opposition diese Verklammerung zweier Themen: "Ein Möbelhaus sollte nicht die Stadtplanung machen", sagt der Grünen-Fraktionsvorsitzende Michael Klinkicht.

Die Grundsatzentscheidung zum Bau eines Möbelhauses, die die Grünen noch einmal zurückholen wollen, hat der Rat schon im April gefällt und sich im Mai die Konzepte der drei Interessenten Krieger (Möbel Höffner), Schaffrath (Franz Knuffmann) und Segmüller vorstellen lassen.

Über einen Vergleich dieser Konzepte kommt die Koalition zu keiner Auswahl, stellten Helga Koenemann (CDU) und Heinrich Köppen gestern übereinstimmend fest. Auch eine Bereisung von Möbelhäusern aller drei Bieter, zu der sich die FDP aufgemacht hatte, führte am Ende nur zu der Erkenntnis, dass zwischen drei gleichermaßen geeigneten Betreibern auszusuchen ist. Also werden andere Kriterien Grundlage der Entscheidung.

Von den Investoren will die Politik bis Freitag hören, ob sie das Hammfeld II mitentwickeln — und kaufen — können. Zu den 60 000 Quadratmetern, die für das Möbelhaus vis-á-vis zum Rheinparkcenter gedacht sind, kämen schließlich noch einmal gut 100 000 weitere Quadratmeter hinzu. Der Projektentwickler Krieger geht diese Anforderung offensiv an und kann schon für jede Parzelle eine Nutzung vorstellen: Baumarkt, Gartencenter, Autohaus aber auch einen kleinen Park. Die Konkurrenz dagegen wartet eher auf Vorgaben aus Politik und Verwaltung.

Ja, man wolle im Verfahren bleiben, betont Schaffrath-Geschäftsführer Oliver Mühle, aber dazu erst solle die Stadt sagen, was gewünscht ist und bis wann — aber auch, "was da genehmigt werden kann." Der letzte Punkt ist einer, den die Politik von der Verwaltung geklärt haben will. Doch ein Konzept könne man den Bietern nicht liefern, betont Koenemann: "Da ist auch die Phantasie des Projektentwicklers gefordert." Das hilft auch der Firma Segmüller, auf die sich die UWG-Fraktion als Betreiber festgelegt hat, wenig: "Unser Anliegen und unsere Kompetenz ist die Ansiedlung eines Möbelhauses", erklärt eine Sprecherin der Segmüller-Geschäftsführung. Mit anderen Anforderungen werde man sich erst nach entsprechendem Ratsbeschluss auseinandersetzen.

Ob es dazu schon am Freitag kommt, ließen Koenemann und Köppen gestern offen. Sicher aber fällt die Entscheidung nicht mit den Stimmen der SPD-Fraktion. Die, von Anfang an gegen einen Möbelhausneubau im Hammfeld, hatte sich von allen drei Bietern eine Fülle von Fragen beantworten lassen und findet in den Antworten ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigt, wie es der Vorsitzende Reiner Breuer nennt: "Die Investoren wollen eine Entwicklung, die wir nicht wollen."

(NGZ/rl/url)