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Neuss: Möbelhaus-Deal: Politik gespalten

Neuss : Möbelhaus-Deal: Politik gespalten

CDU und FDP stehen hinter Krieger, die Grünen warnen vor Problemen.

Die vom Möbelhauskonzern Krieger ins Gespräch gebrachte Abstandszahlung für den Reitstall Schanowski ruft die Politik auf den Plan. Während CDU und FDP dem Investor demonstrativ den Rücken stärken, werfen die Grünen dem Unternehmen vor, zu "tricksen".

CDU-Fraktionschefin Helga Koenemann wirbt für Krieger. Foto: woi

Wie die NGZ in dieser Woche aus informierten Kreisen erfahren hatte, soll Krieger eine Ablösesumme von 600 000 Euro genannt haben, um den Reitstall, der auf der zu bebauenden Fläche im Hammfeld noch bis Mitte nächsten Jahres einen Pachtvertrag hat, für eine möglichst zeitnahe Räumung zu entschädigen. Die Summe soll vom Kaufpreis abgezogen werden — ein Vorschlag, auf den Bürgermeister Herbert Napp nicht eingehen möchte, wie er der NGZ auf Nachfrage bestätigte.

CDU-Fraktionschefin Helga Koenemann und FDP-Fraktionschef Heinrich Köppen können das nicht nachvollziehen. "Wir müssen endlich zu Potte kommen und den Kaufvertrag unter Dach und Fach bringen", sagt Köppen. Wenn 600 000 Euro der Preis für einen 47-Millionen-Euro-Deal seien, sei die Koalition bereit, ihn zu zahlen, fügt Koenemann hinzu. "Als Anwältin weiß ich, dass Abstandszahlungen die Regel sind", sagt die CDU-Politikerin, die gemeinsam mit Köppen daran erinnert, wie wichtig das Bauprojekt für die Stadt ist. "Es geht nicht nur um die Einnahmen aus dem Kauf, sondern auch um die Gewerbesteuer, die möglichst schnell fließen soll", sagt Köppen.

Während die Koalition gestern mehrmals betonte, Krieger stets als verlässlichen Investor erlebt zu haben (Koenemann: "Er hält, was er verspricht"), sehen die Grünen das ganz anders. "Uns wundert es überhaupt nicht, dass es mit Herrn Krieger jetzt Probleme gibt", sagt Fraktionsvorsitzender Michael Klinkicht. Er verweist darauf, dass es mit Krieger und der Höffner-Gruppe auch in anderswo Probleme gegeben habe, nachdem die Verträge unterschrieben waren, etwa in Düsseldorf. "Wir gehen davon aus, dass das Mammutprojekt scheitert", sagt Grünen-Sprecher Roland Kehl.

(NGZ)