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Neuss: Möbeldesigner aus Passion

Neuss : Möbeldesigner aus Passion

Der 35-jährige Neusser Carlo Staudt hat sich als Möbeldesigner vor sieben Monaten selbstständig gemacht. Er vertreibt und entwirft Möbel, die nach individuellen Wünschen gefertigt werden.

Als er den Absprung aus der Computerbranche wagte, wusste er nur, dass es danach in den Bereich "Inneneinrichtung" gehen sollte und er selbstständig sein wollte: "Nur was genau — das wusste ich nicht." Aber als Diplom-Kaufmann hat Carlo Staudt sich natürlich abgesichert, "die Branche überprüfen lassen", wie er sagt, und dann seine Passion zum Beruf gemacht. Seit Dezember vergangenen Jahres gibt es "CS Interior & Design", eine Firma, die Möbel nach individuellen Wünschen anfertigt.

"Im Luxussegment", wie der 1974 geborene Designer fast ein wenig schuldbewusst zugibt, aber andererseits verspricht er dafür auch sehr hochwertiges Material und exklusive Entwürfe. Deren Merkmal ist es, dass sie von Künstlern stammen. Die Neusser Malerin Ekaterina Moré hat gerade einen Schrank gestaltet; in anderen Fällen wird auch mal ein Graffiti-Künstler beauftragte. "Aber wenn ich die Kunst weglasse, kann ich preislich mit anderen mithalten", sagt der Neusser und ergänzt selbstbewusst: "Und trotzdem gibt es bei mir keine Massenware."

Starken Partner gefunden

Seine eigene C&S-Kollektion steckt jedoch noch in den Kinderschuhen, denn noch sei er ja in der "Start-up-Phase", aber er habe gleich einen starken Partner gefunden. "Ich bin jemand, der alles mit Bedacht macht", sagt der 35-Jährige von sich. Er ist zwar zufällig im Internet auf die in München ansässige Möbelmanufaktur von Michael Münch gestoßen, aber schon der erste Kontakt hat gezeigt, dass sich da zwei gesucht und gefunden haben. "Es ist, als ob wir verheiratet wären", beschreibt Staudt lachend das Verhältnis zu Münch, "wir telefonieren manchmal zwei Stunden am Tag". Die Werkstatt von Michael Münch fertigt Möbel auf Bestellung an, die vom ersten Entwurf bis zur letzten Ausführung aus einer Hand stammen.

Damit hat Staudt, der schon als Kind gerne einmal in der Woche sein Zimmer umgeräumt hat und bei Freunden mitmischt, wenn diese eine neue Wohnung beziehen, sein Pendant gefunden. Er stellt in seinem Düsseldorfer Showroom Möbel von Münch aus und wirbt um neue Kooperationspartner. "Ich hätte auch ein Möbellabel kaufen können", sagt er, "aber da fehlte mir das Besondere, vor allem die Emotion". Denn ein Möbelstück ist für ihn nicht nur etwas zum Ablegen oder Aufbewahren. Möbel sind für ihn Ausdruck von Lebensfreude und Einzigartigkeit.

Er selbst sei "stilvoll und modern", aber nicht unbedingt exklusiv eingerichtet, erzählt er lachend, aber will auch in seinem Zuhause in Grimlinghausen, wo er sich vor vier Jahren ein Haus gekauft hat, nach und nach in Richtung Design gehen. Den Schritt über den Rhein hat der damalige Düsseldorfer bewusst getan. "In Grimlinghausen habe ich viel Ruhe, aber auch sehr nette Leute um mich herum", sagt er heute zufrieden und stellt fest: "Das ist ein sehr, sehr guter Standort." Und der Weg zu seinem Showroom ist auch nicht weit. Denn beruflich, das war ihm klar, bietet die Landeshauptstadt das besser Pflaster für seine Arbeit.

(NGZ)