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Neuss: Möbel-Firmen streiten um Grundstück

Neuss : Möbel-Firmen streiten um Grundstück

Schaffrath-Gruppe fühlt sich von der Stadt übergangen. Eigene Pläne in Allerheiligen wurden vorerst auf Eis gelegt.

Die Firma Franz Knuffmann, führendes Möbelhaus in Neuss, fühlt sich als "Platzhirsch" von der Stadt nicht gut behandelt. Das Grundstück im Hammfeld, wo nach aktuellem Stand die süddeutsche Möbelhandelsgruppe Segmüller ein Mega-Möbelhaus mit 45 000 Quadratmetern Verkaufsfläche errichten will, hätte sie auch gerne gehabt. Zum gleichen Zweck. Warum Knuffmann — und damit die Mönchengladbacher Schaffrath-Gruppe — übergangen wurde, ist eine Frage unter vielen, die die Geschäftsführer Oliver Mühle und Udo Holthoff mit Bürgermeister Herbert Napp besprechen wollen. Termin: Montag, 15. April — nachdem Napp das Segmüller-Vorhaben den Mitgliedern des Rates vorgestellt hat.

Schaffrath-Geschäftsführer Oliver Mühle nimmt für sein Unternehmen in Anspruch, sich schon vor zwei Jahren mit der grundsätzlichen Frage nach verfügbaren Grundstücken an die Stadt gewandt zu haben. "Wir wollten das erwerben und für eine Einzelhandelsnutzung entwickeln", sagt Mühle. Doch die Stadt habe da genauso abgewunken wie vor einem Jahr, als er mit Vertretern des Solinger Investors "Kleinpoppen-Projekte" ein Gespräch im Neusser Rathaus führen konnte. Statt dessen wurden die Interessenten auf eine Fläche am S-Bahn-Haltepunkt Allerheiligen verwiesen, wo die Stadt im September des Vorjahres die Pläne für ein Fachmarktzentrum beerdigen musste.

Bürgermeister Herbert Napp bestätigt das Bemühen der Schaffrath-Gruppe, in Neuss ein Grundstück zu bekommen. Aber man habe damals an keinem Standort über entsprechendes Planrecht verfügt, wo Schaffrath eine große Lösung hätte umsetzen können. Und, so Napp: "Das Grundstück im Hammfeld hatten wir als Einzelhandelsstandort für Möbel noch nicht im Fokus."

Während sich Mühle erstaunt darüber zeigt, von dem Angebot der Stadt an die Firma Segmüller aus der Presse erfahren zu haben, so ist Napp darüber irritiert, dass auch er im vergangenen Herbst lesen musste, dass sich der Partner Schaffrath in Düsseldorf eine Fläche für ein Möbelhaus mit mindestens 40 000 Quadratmetern gesichert hat.

Dieses Vorhaben steht nach Mühles Darstellung nicht unbedingt in Widerspruch zu der Möglichkeit, auch in Neuss ein großes Möbelhaus zu errichten. Drei Handelsmarken unter dem Dach der Gruppe Schaffrath böten unterschiedliche Möglichkeiten zur Expansion. "Und wir versuchen, expansiv zu sein, um unsere Standorte zu sichern", erklärt Mühle. In Allerheiligen wäre von der Größe des Grundstückes her nur ein Fach- oder Mitnahmemarkt möglich. Dieses Projekt sei noch nicht tot, habe aber hinter Neubauplänen in Mönchengladbach und eben Düsseldorf zurückstehen müssen.

Die Stadt wertet das Schweigen des Investors, der den Abschluss des Optionsvertrages für das Grundstück in Allerheiligen immer wieder verschoben hatte, anders. Napp: "Wir mussten davon ausgehen, dass sich mit der Düsseldorf-Planung offensichtlich alle Planungen in Neuss erübrigt haben."

(NGZ/url)